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Wer kommt für den Schaden auf?

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Für Duschking-Geschäftsführer Andreas Murza gibt es noch viele offene Fragen
Für Duschking-Geschäftsführer Andreas Murza gibt es noch viele offene Fragen © Fischer-Bolz, Susanne

Wer hat Schuld? Und hat überhaupt jemand Schuld? Wer muss die Kosten tragen? „Das werden andere entscheiden“, sagt Andreas Murza, Geschäftsführer der Firma Duschking. Er rechnet damit, dass der ganze Kummer rund um das Gebäude an der Lüdenscheider Straße 40 vor Gericht landen wird.

Altena – Bei den verheerenden Regenfällen am 14. Juli war das Wasser von oben durchs Gebäude geschossen. Die reißende Flut zerstörte nicht nur alles, sondern hinterließ Geröll – 800 Kilo pro Quadratmeter. Die Bauaufsicht sprach aufgrund akuter Einsturzgefahr ein Betretungsverbot aus, die B236 musste gesperrt werden. Es kam eins zum anderen. „Und jetzt steht das Gebäude einsam und verlassen da“, sagt Andreas Murza zum Stand der Dinge. Geklärt werden muss die Frage, was mit dem Bachlauf unter dem Gebäude ist. Die Erdmassen haben die Verrohrung komplett verstopft. „Aber das Geröll ist nicht von unserem Grundstück gekommen, sondern von dem darüber“, so der Duschking-Chef über die seiner Meinung nach ungeklärte Frage, wer das Dilemma zu verantworten hat.

„Wir sind froh über das, was wir haben“

Duschking hat in Werdohl einen „Unterschlupf“ gefunden – und zwar in Dresel. Dort hat die Firma Gerhardi Gebäudehallen für Duschking zur Verfügung gestellt. „Wir sind froh über das, was wir haben. Wir können arbeiten, es ist nicht so eng und keine Hauptstraße vor der Tür“, so der Duschking-Geschäftsführer, der sich mit der Situation in der Nachbarstadt gut angefreundet hat.

Gebäude für einen Euro zu vergeben

Mehr noch: „Für einen Euro können Sie das Gebäude in Altena haben“, macht Andreas Murza deutlich, dass er mit dem Gebäudekomplex in der Burgstadt abgeschlossen hat. An eine Rückkehr denkt er augenscheinlich nicht. Denn eigentlich war der Plan, das linke Gebäude abzureißen, Verwaltung und Ausstellung aber im Gebäude rechts wieder unterzubringen.

Komplex statisch durchgestützt

Mittlerweile ist davon keine Rede mehr. „Alles ist ja, wie es ist“, findet Andreas Murza. Doch abstoßen wird er das Gebäude wahrscheinlich nicht so einfach können. „Eigentum verpflichtet“, sagt Andreas Kisker, Abteilungsleiter Bauen und Planen der Stadt Altena. Stützen über alle Gebäude-Geschosse nehmen zusätzliche Lasten von den Geröllmengen auf, sodass der Firmenkomplex statisch durchgestützt ist und keine Gefahr mehr für Leib und Leben besteht. So konnte auch die Sperrung der B236 aufgehoben werden.

„Für mich ist die Angelegenheit erledigt“

,,Danach war für mich die Angelegenheit erledigt“, erklärt Andreas Kisker, der durchaus die Firma Duschking jetzt in der Verantwortung sieht. Der Bachlauf gehöre dem Eigentümer.

Dass ein Bachlauf überbaut würde, sei keine Seltenheit in Altena. „Aber dann ist man auch für die Unterhaltung verantwortlich“, sagt Andreas Kisker, während Andreas Murza eher die Verursacherfrage geklärt haben möchte.

Fluthilfe beantragt

„Wir haben keine Schuldfrage zu klären. Entweder gibt es eine Versicherung oder aber die Möglichkeit, Fluthilfe zu beantragen. Und diesen Antrag kann nur der Eigentümer stellen“, so Andreas Kisker. Die Fluthilfe hat Duschking bereits beantragt, eine Versicherung gibt es nicht.

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