Aufregung um Juist-Freizeit auf Facebook

Die Kinderfreizeiten nach Juist finden im kommenden Jahr wie gewohnt statt.

Altena - Die Stadt wolle die Familienfreizeit auf Juist abschaffen – diese Meldung auf Facebook sorgte Mittwoch für so viel Wirbel, dass sich die Verwaltung zu einer Stellungnahme veranlasst sah.

Wirklich falsch ist das, was im sozialen Netzwerk gepostet wurde, demnach nicht. Tatsächlich plant das Familienzentrum im kommenden Jahr nicht, die seit einigen Jahren übliche, von der Stadt finanziell geförderte Familienfreizeit am Ende der Sommerferien durchzuführen. Dafür gebe es jedoch triftige Gründe, erklärte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein: Diese Freizeit sei für Alleinerziehende und Familien gedacht gewesen, die sich sonst einen Urlaub nicht leisten könnten. Diesen Kriterien hätten aber im vergangenen Jahr viele der Teilnehmer nicht entsprochen. Deshalb sei entschieden worden, dieses Angebot nicht aufrecht zu erhalten. Hollstein argumentiert: „Die Stadt ist ja kein Reiseveranstalter“.

Hollstein zeigte zwei denkbare Lösungswege auf: Zum einen werde das Jugendamt über die Sache noch einmal nachdenken, wenn sich genügend Interessenten melden, die tatsächlich unter die Sozialkriterien fallen. Wer also nach Juist möchte und sich sonst keinen Urlaub leisten könne, kann sich beim Jugendamt melden.

Melden sich genug andere Familien, dann wäre die Stadt bereit, sich nach einem entsprechenden Träger umzuschauen, der dann die Durchführung organisiert. Denkbar wäre in diesem Fall auch, dass diese Familien den Aufenthalt im Kinder- und Jugenderholungsheim selbst organisieren und finanzieren, argumentierte der Bürgermeister. Solche privaten Fahrten nach Juist finden immer wieder statt, bei der Klärung organisatorischer Fragen sind der Förderverein Juist und das Jugendamt gerne behilflich.

Überhaupt nicht betroffen sind die beiden seit Jahren üblichen Kinderfreizeiten auf der Insel: In den ersten beiden Ferien-Wochen fährt die Stadt mit Kindern von neun bis 13 Jahren nach Juist, die Anmeldung dafür kann Anfang nächsten Jahres erfolgen. In der Ferienmitte bietet dann die Caritas eine ebenfalls zweiwöchige Freizeit für Kinder an.

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