Schwarzstorch und Milan: Kein Windrad am Wixberg

+
Das Idyll am Wixberg wird wohl auch künftig nicht durch Windräder getrübt. ▪

ALTENA ▪ Die Altenaer können sich auch in Zukunft über die schöne Aussicht in Richtung Hegenscheid und Wixberg freuen: Die Stadt Iserlohn hat sich endgültig von der Idee verabschiedet, diesen Bereich ihres Stadtgebietes als „Vorrangzone für Windenergie“ auszuweisen.

Das bedeutet im Klartext: Obwohl auf den Höhen zwischen Lenne- und Grüner Tal stets ein kräftiges Lüftchen weht, werden dort keine Windräder gebaut – immer vorausgesetzt, der von den Iserlohnern jetzt veröffentlichte Entwurf zur Änderung ihres Flächennutzungsplans geht so durch.

Zwei Gründe waren ausschlaggebend für die Empfehlung der Verwaltung. Da ist zum einen der Flugplatz Hegenscheid: Die Bezirksregierung Münster stellte in ihrer Eigenschaft als Luftaufsicht klar, dass im Umkreis von 2,5 Kilometern kein Windrad den Flugverkehr beeinträchtigen dürfe.

Zum anderen sprechen Gründe des Umweltschutzes gegen Hegenscheid und Wixberg als Standort für Windräder. Zu diesem Ergebnis kommt ein sehr detailliertes Gutachten, dass die Iserlohner bei grünplan – einem in Dortmund ansässigen Büro für Landschaftsplanung – in Auftrag gaben. Der Landschaftsarchitekt Markus Liesen kommt darin zu dem Schluss, dass am Wixberg mit dem Roten Milan und dem Schwarzstorch zwei sehr seltene Vogelarten heimisch sind. Allgemein anerkannte Abstandsempfehlungen ließen sich nicht einhalten, schreibt grünplan – die Windräder stünden zu dicht an den Revieren der gefährdeten Vögel.

Die Suche nach Vorrangflächen für Windenergie begann in Iserlohn schon vor einigen Jahren. Dabei wurde ein so genanntes Ausschlussverfahren gewählt. Das bedeutet, dass das gesamte Stadtgebiet betrachtet wurde und dann nach und nach jene Flächen herausgestrichen wurden, für die eine Nutzung durch Windkraft nicht in Frage kam, etwa wegen der Nähe zur Bebauung oder weil es sich um geschützte Landschaftsteile handelte.

Zum Schluss blieben neben dem Wixberg noch drei weitere Flächen übrig. Für diese vier Gebiete wurde dann der Umweltbericht in Auftrag gegeben, der neben dem Wixberg noch einen weiteren Bereich für problematisch hält. Übrig bleiben damit zwei Flächen – eine im Bereich des Stadtwaldes zwischen Alexanderhöhe und Kesbern, eine zweite am Schälk bei Letmathe.

In Altena ist nicht daran gedacht, derartige Vorrangflächen auszuweisen. Das sei nur dann erforderlich, wenn in einem Gebiet eine größere Anzahl von Windrädern denkbar sei, erklärt Stadtplaner Roland Balkenhol. Solche Flächen gebe es nach dem bisherigen Kenntnisstand auf Altenaer Stadtgebiet gar nicht. Denkbar seien allenfalls Einzelanlagen, die aber auch ohne Festsetzung im Flächennutzungsplan errichtet werden könnten. Für die Genehmigung sei dann der Märkische Kreis zuständig. Er wisse, dass dort auch schon entsprechende Anfragen von Grundstückseigentümern vorlägen, sagte Balkenhol auf Anfrage unserer Zeitung. ▪ Von Thomas Bender

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare