Stadt einigt sich mit Cici: Investor kann loslegen

ALTENA - Überraschende Entwicklung in Sachen Lennestraße 2: Gestern wurde eine Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Werdohler Geschäftsmann Harun Cici unterschrieben. Die Stadt verzichtet darin auf die Ausübung ihres Vorkaufsrechtes.

Wie berichtet, hat Cici das ehemalige Haus Kalf im Frühjahr kaufen wollen. Die Stadt machte ihm schnell einen Strich durch die Rechnung, indem sie ankündigte, ihr Vorkaufsrecht ausüben zu wollen. Wie es dazu kam, darüber gibt es unerschiedliche Darstellungen: Cici behauptet, die Stadt habe zu strikte Auflagen wie etwa den Einbau eines Aufzugs machen wollen. Stadtplaner Roland Balkenhol hingegen beklagte sich, der Investor habe sich zu keiner Zeit in die Karten schauen lassen: „Er hat nie wirklich gesagt, was er eigentlich vorhat“.

Dass die Stadt nach wie vor ein großes Interesse hat, dass im Innenstadtbereich barrierefreier Wohnraum entsteht, das machte Bürgermeister Dr. Hollstein gestern noch einmal deutlich. Trotzdem: Vom Aufzug oder auch nur einem Treppenlift ist in der jetzt erzielten Vereinbarung keine Rede mehr. Cici verpflichtet sich darin lediglich dazu, das Haus energetisch auf den Stand der Technik zu bringen. Das bedeutet: Er muss Dach und Fassade dämmen und die Fenster erneuern – lauter Dinge, die sowieso geplant gewesen seien, wie Cici gestern auf Anfrage betonte.

Die Vereinbarung gibt auch einen Zeitrahmen vor: Bis Ende 2012 hat Cici Zeit für die Sanierung. Halte er sich nicht an diese Frist, könne die Stadt im Zuge einer so genannten Erstazvornahme selber tätig werden, schilderte Hollstein gestern – „das würden wir dann auch tun“.

Interessantes Detail am Rande: Als der Zwist begann, bezeichnete die Verwaltung das Haus als stark sanierungsbedürftig. Gestern räumte Hollstein ein, dass die Mitarbeiter des Bauamtes zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in dem Gebäude gewesen seien. Inzwischen spricht die Stadt nur noch von „Handlungsbedarf“, aber nicht mehr davon, dass das Haus in wirklich schlechtem Zustand sei.

Wer nun nachgegeben hat, auch darüber haben die beiden Parteien unterschiedliche Auffassungen. Ihm gehe es darum, dass mit dem Haus jetzt etwas geschehe, argumentierte Hollstein. Ein langer Rechtsstreit (Cici hatte bereits das Verwaltungsgericht eingeschaltet) sei absolut nicht im Sinne der Stadt. Der Investor, der den Kaufpreis für die Immobilie schon vor Monaten entrichtet hat, versprach gestern, dass es bald schon losgehe mit der Herrichtung des Hauses.

Mit anderen Investoren im Innenstadtbereich habe die Stadt deutlich weniger Probleme, berichtete Hollstein. So sei inzwischen das ehemalige Möbelgeschäft Hinne gegenüber des Felsenplatzes verkauft worden. Die Stadt sei mit dem Eigentümer im Gespräch. Gleiches gelte für das Gebäude, dass die Gärtnerei Knoop im Sommer erworben.

VonThomas Bender

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