Stadt Altena zahlt keinen Cent für ihrKulturprogramm

Kabarettveranstaltungen kosten eine Menge Geld.

ALTENA ▪ Kultur sucht man vergebens im Haushalt der Stadt – der Kulturring finanziert sein Jahresprogramm ohne jeden kommunalen Zuschuss. Das ist aus dreierlei Gründen möglich: Zum einen steigt die Zahl der Mitglieder, 6000 Euro Beitrag fließen pro Jahr in die Kasse. Zum zweiten hat man Einnahmen aus Eintrittsgeldern. Drittens schließlich gibt‘s Sponsoren.

Die Sparkasse ist der größte – sie überweist jährlich einen fünfstelligen Betrag. Das hat Tradition bei den öffentlich-rechtlichen Geldinstituten: Bundesweit gaben die Sparkassen im vergangenen Jahr mehr als 500 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke aus, weiß Pressesprecher Tomislav Majic. Ein weiterer Großsponsor ist die Mark E. Das Energieversorgungsunternehmen gibt zielgerichtet und besonders gern für publikumsträchtige Veranstaltungen wie das Mittelalterfest oder Castle goes Celtic. Für die lasse sich auch noch der eine oder andere weitere Sponsor aus Nachbarstädten finden.

Auch die Altenaer Industrie spendet, wenn sie denn kann. Für Barbara Langos kommen Pressemeldungen, nach denen die Firmen in Südwestfalen 2009 deutlich weniger für Kultursponsoring ausgaben als sonst, nicht wirklich überraschend. „Wir haben die gar nicht erst angesprochen“, berichtet sie. Schließlich sei bekannt gewesen, dass die Firmen wegen der Wirtschaftskrise erhebliche Probleme hatten. Sie empfinde es als „unverschämt“, in solchen Situationen auch noch um Spenden zu bitten. Und: „Nerven darf man nicht“, hat die Kultur-Fachfrau im Laufe der Jahre gelernt. Massenmailings mit Spendenwünschen gibt es deshalb bei ihr nicht, sie spricht die Unternehmen stattdessen sehr gezielt an. „Wenn ich noch Geld brauche, dann überlege ich mir, wer dafür als Sponsor wohl in Frage kommt“, sagt sie. Dieses Konzept geht vor allem deswegen auf, weil sie die Geschmäcker der Altenaer Firmenchefs inzwischen sehr gut kennt.

Übrigens: Obwohl die Stadt fürs Programm nichts ausgibt, geht es ohne sie dann doch nicht. Barbara Langos‘ Gehalt und das ihrer Kollegin Bianka Flögel wird natürlich aus der Stadtkasse bezahlt, die Burg Holtzbrinck kann der Kulturring zum Nulltarif nutzen. ▪ ben.-

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