Stadt schließt Gasthaus in alter Jugendherberge - aus diesen Gründen

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Altena – Nur kurz war das Gasthaus Altena in der früheren Jugendherberge geöffnet - dann musste die Stadt es schließen. Mehrere Dinge liefen dort schief.

Das Gasthaus Altena am Linscheider Bach ist schon wieder geschlossen – aber nur vorübergehend, wie Betreiber Rolf Steffen versichert. Er hofft, bis Februar von der Stadt gemachte Auflagen erfüllen zu können. 

Die Bauaufsicht habe den Betrieb des Gasthauses untersagt, bestätigt Roland Balkenhol, der städtische Abteilungsleiter für Planen und Bauen und damit auch für die Bauaufsicht zuständig. 

Brandschutzmängel und keine Genehmigung

Steffen habe überhaupt keine Baugenehmigung gehabt, als er mit dem Umbau begonnen habe, sagt er. Die sei aber schon deshalb erforderlich, weil er aus der ehemaligen Therapieeinrichtung ein Hotel machte und damit eine Umnutzung stattfindet. 

Wesentlichster Punkt für die Stadt sind aber erhebliche Brandschutzmängel, die bei einer Ortsbegehung festgestellt wurden. So gibt es bisher weder Feuermelder noch definierte und durch rauchdichte Türen gesicherte Brandabschnitte. 

Inhaber einsichtig

Steffen gibt sich einsichtig: Die Maßnahme sei völlig gerechtfertigt, sagt er. „Ich bin da wohl ein bisschen zu blauäugig herangegangen. Der Stadt ist überhaupt kein Vorwurf zu machen.“ Die Mitarbeiter des Bauamtes seien „ganz umgänglich“, die ihm gemachten Auflagen würden jetzt abgearbeitet. Er gehe davon aus, dass er die für die Beantragung der Baugenehmigung erforderlichen Unterlagen bald zusammen habe. 

"Abenteuerliche" Verkabelung

Ob es dann zügig weitergehen kann, hängt auch von der Enervie ab. Die hat nämlich kurzerhand den Strom abgestellt. Am 15. Oktober wurde im Hausanschlussraum des Objektes eine Verkabelung entdeckt, die Enervie-Pressesprecher Andreas Köster als „abenteuerlich“ und die Bauaufsicht sogar als „lebensgefährlich“ bezeichnet.

Die Anlage sei offensichtlich manipuliert gewesen – und zwar mit dem Ziel des Stromdiebstahls, sagt Köster. Der verbaute Zähler sei gar kein offizieller der Enervie gewesen. Die Konsequenz: Die Stromversorgung wurde gekappt, und zwar schon in der Enervie-Verteilstation Linscheider Bach. Enervie rief auch die Polizei und erstattete Strafanzeige. 

Alles nur Missverständnisse, sagt der Neu-Altenaer, der auch die „Badehose“ an der Lüdenscheider Straße und die alte Arbeitgebervilla im Behördenviertel gekauft hat. Er sei davon ausgegangen, dass er keine besondere Genehmigung zum Betrieb des Hauses benötige. 

Handwerker für Stromprobleme verantwortlich

Als er dann im Spätsommer eine Art Probebetrieb begonnen und auf der Internetplattform booking.com Zimmer angeboten hat, sei die Resonanz beachtlich gewesen. Teilweise hätten mehr als zwölf Personen übernachtet. Für die Probleme mit dem Strom sei ein Handwerker verantwortlich. 

Bauschutt wurde hinter die Steinschlagmauer gekippt.

Die ehemalige Jugendherberge war bis 2006 eine Therapie-Einrichtung für Drogenabhängige und stand dann lange leer, bis ein Handwerker aus Oberhausen die Immobilie ersteigerte. Als er mit der Sanierung nicht voran kam, übernahm Steffen im Jahr 2018. 

Bauschutt hinter Mauer gekippt

Bei der Sanierung stand ihm Dragan Durovic zur Seite, der auch den Hotelbetrieb managte und dabei gemeinsam mit seinem Auftraggeber auch eher unorthodoxe Lösungen fand. So stammt das Mobiliar für das Gasthaus Altena aus einem inzwischen abgebrochenen Hotel in Berlin. 

Bei den Umbauarbeiten angefallener Bauschutt wurde kurzerhand hinter einer Bretterwand verklappt, die eigentlich die frisch gepflasterte Auffahrt vor Steinschlag schützen soll

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