Altena kauft für einen symbolischen Euro / Eigentümerwechsel zum 1. Januar 2018

Video mit der Drohne: So sieht die Brache Schwarzenstein aus der Luft aus

[Update 14.01 Uhr] Altena - Die Stadt Altena hat die Industriebrache Schwarzenstein und den Bierbach-Komplex an der Werdohler Straße gekauft. Beides gehörte zum Nachlass des 2011 von seinem Sohn umgebrachten Unternehmers Chafik Itani.

Vor allem der Zustand des ehemaligen VDM-Werks Schwarzenstein wird in der Burgstadt seit Jahrzehnten kritisiert. Es liegt an der B 236 direkt am Ortseingang. Bröckelnde Wände, eingestürzte Dächer, zerborstene Fenster – das ist das Erste, was aus Richtung Werdohl kommende Autofahrer von Altena wahrnehmen. 

Das alte Industriegelände setzt sich am anderen Ufer der Lenne fort. Dort steht die ehemalige Gießerei, deren Dach schon vor vielen Jahren abgedeckt wurde. Nicht zum Geschäft gehören die ersten beiden Häuser nach der Winkelsener Brücke (Werdohler Straße 56 und 58). Sie befindet sich in Privatbesitz, eines davon ist sogar noch bewohnt. 

Brache Schwarzenstein von oben: Spektakuläre Fotos einer Drohne

Über Itanis Gewerbeimmobilien in Altena war nach seinem Tod wegen der offenkundigen Wertlosigkeit ein sogenanntes Nachlassinsolvenzverfahren eröffnet worden. Zwei Jahre lang habe die Stadt mit dem Insolvenzverwalter verhandelt, erklärte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein am Freitagmittag.

Letztlich habe der erkannt, dass eine zunächst angepeilte Vermarktung zumindest von Teilen der Flächen nicht möglich sei. Für einen Euro kaufte die Stadt nicht nur den Schwarzenstein, sondern auch das Areal der ehemaligen Firma Bierbach. Es befindet sich ebenfalls in einem extrem schlechten Zustand. 

Das Areal der ehemaligen Firma Bierbach an der Werdohler Straße.

Beide Flächen würden der Stadt schuldenfrei und ohne Ansprüche Dritter übergeben, berichtete Hollstein. Keine Auskunft könne er über Altlasten geben. 

Allerdings hatte der Märkische Kreis vor mehreren Jahren mitgeteilt, dass es keine Hinweise auf gravierende Umweltprobleme im Bereich Schwarzenstein gebe.

Ziel der Ankäufe sei es natürlich, diese Schandflecke zu beseitigen, erklärten Hollstein und sein Stellvertreter Stefan Kemper. Gleichzeitig warnten sie vor übertriebenen Hoffnungen.

Der Eigentümerwechsel erfolge zum 1. Januar 2018, danach müsse sich die Stadt zunächst einmal einen Überblick verschaffen. Im kommenden Jahr werde es allenfalls zu optischen Verbesserungen und zur Beseitigung von gravierenden Gefahrenpunkten kommen, sagte Hollstein – "dass da inzwischen Bäume aus den Dächern wachsen, stört mich natürlich auch seit Jahren".

So sieht es an der B 236 an der Industriebrache Schwarzenstein aktuell aus.

Offen ist, wie die insgesamt rund 40 000 Quadratmeter großen Grundstücke zukünftig genutzt werden sollen. Die Stadt plant dazu einen „Partizipationsprozess“, also eine breit angelegte Bürgerbeteiligung. 

Damit hat sie schon einmal gute Erfahrungen gemacht: Als sie unter dem Titel „Stadtumbau 2015“ nach Lösungen für die Entwicklung der Innenstadt suchte, führte das unter anderem zum Bau von Lenneterrassen und Burgaufzug.

Rubriklistenbild: © Thomas Bender

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