Tätliche Angriffe auf Ordnungskräfte sind keine Seltenheit in Altena:

Spucken, Schlagen, Treten  und der Griff zum Holzstock

+
Eindeutig waren die Beschilderungen zum Schützenfest.

Altena - Erst als der Ordnungsamtsmitarbeiter Pfefferspray einsetzte, war die Gefahr vorbei. Am Samstag, 2. Juni,  versuchte ein 57-jähriger Mann aus Dortmund mehrfach mit seinem Pkw in einen abgesperrten Bereich der Innenstadt zu fahren. Als ihn das Ordnungsamt hindern wollte, wurde er aggressiv, griff sogar zu einem Stock, den er im Auto liegen hatte und wollte auf den Ordnungsamtsmitarbeiter eindreschen. Das Spray stoppte ihn - die Polizei überwältigte den Mann und nahm ihn vorübergehend mit auf die Wache.

Sie werden bespuckt, geschlagen, getreten und fast täglich übel beschimpft und beleidigt: Die Außendienstmitarbeiter der Stadt Altena – häufig das Ordnungsamt – haben einen schweren Job.

Schwerer Job im Alltag

Das bestätigte sich erst am 2. Juni wieder unrühmlich, als ein 57-jähriger Dortmunder gegen 14.30 Uhr wissentlich Straßensperren zum Schützenfest ignorierte. Er griff sogar zu einem Holzstock, den er im Auto liegen hatte und wollte damit auf einen Ordnungsamtsmitarbeiter einprügeln. „Mir ist der Vorgang aus den Schilderungen der Ordnungsamtsmitarbeiter bekannt“, sagte als Dienstvorgesetzter Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein.

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein beklagt einen Verfall des Umgangstones.

Und nicht nur, dass sich der Verwaltungschef natürlich voll umfänglich vor seine Mitarbeiter stellte, er hat auch Strafantrag gestellt. Im Einklang mit der hinzugezogenen Polizei erwartet den Autofahrer jetzt ein Verfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Konkrete hatte der Besucher aus der Bierstadt versucht, an diesem ersten Samstag im Juni mit seinem Auto in den aufgrund des Schützenumzuges abgesperrten Bereich der Innenstadt zu fahren. „Er legte immer wieder das D in seinem Automatic-Auto ein.“ Er habe immer wieder den Motor aufheulen lassen und offenbar keinen Zweifel daran gelassen, dass er fahren wollte. Und sei äußerst aggressiv aufgetreten, so Hollstein. Seine Leute hätten nicht abschätzen können, was „der konkret vor hatte und mussten eingreifen.“

Null-Respekt-Mentalität

Hollstein beklagte auch in diesem Fall einmal mehr die „Null-Respekt-Mentalität vor Sinn machenden Sicherheits-Anweisungen von Ordnungskräften, Wehr oder Polizei. „Ich glaube schon, dass mancher früher als Kind schon mal einen Streich hingelegt hat. Aber, wenn dann die Polizei kam, war da ein Respekt da und der Spuk hatte ein Ende.“ Heute werde vielfach einfach das Handy gezückt, gefilmt und Ordner, Wehr, Polizei oder weitere Hilfskräfte würden noch verhöhnt und oft sogar bedroht. Für ihn ein nicht hinnehmbarer Verfall der Sitten. Dass die Ordnungsamtsmitarbeiter am Samstag sogar Pfefferspray einsetzen mussten, um den Autofahrer zu bremsen, sei erneut ein Beweis für die Uneinsichtigkeit von Straßenverkehrsteilnehmern. Die Polizei hatte Samstag den Dortmunder sogar kurzfristig in Gewahrsam genommen.

In Gewahrsam genommen

Zur Erinnerung: In benachbarten Menden im Nordkreis kam es im Juli 2009 während eines Schützenfestumzuges zu einem Unfall mit drei Toten und mehr als 60 Schwerverletzten. Auch dort wollte ein Autofahrer das Ende eines Schützenumzuges nicht abwarten und fuhr frontal in die Reihen der Marschierenden mit den bekannten, verheerenden Folgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.