Wo der „Sprit“ aus der Steckdose kommt

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Sabine Jungkurth mit ihrem Vater Ewald an der Strom-Tankstelle. ▪

ALTENA ▪ An der Rahmedestraße kann man seit Freitag kostenlos tanken – wenn man zwei Voraussetzungen mitbringt: Man ist Besitzer eines Elektroautos, und man ist Kunde der Firma Jungkurth. Auf dem Firmengelände des Elektrobetriebes an der Rahmedestraße 316 ist die erste Altenaer Stromtankstelle eingerichtet worden. Von Thomas Keim

Ein Grund dafür ist, dass die Firma jetzt auch in den Verkauf von E-Zapfsäulen eingestiegen ist, ein anderer ist das erste Elektroauto der Jungkurth-Flotte – ein Mitsubishi I-MiEV. Die für den deutschen Markt vielleicht etwas unglückliche Abkürzung steht übrigens für „Mitsubishi innovative electric vehicle“, auf gut Deutsch also „innovatives Elektrofahrzeug“. „Wir wollen auch in diesem Bereich die Nase vorn haben“, meint dazu Geschäftsführerin Sabine Jungkurth. Das sei auch kennzeichnend für die bisherige 75-jährige Firmengeschichte, ergänzt ihr Vater Ewald. In der Elektromobilität sieht die Betriebswirtin ein gesellschaftliches Zukunftsthema. „Wir wollen uns rechtzeitig damit auseinander setzen.“ Man wolle auf diesem Weg natürlich Kompetenz erwerben, um diese an die Kunden weitergeben zu können.

Die Anschaffung des neuen Fahrzeuges erfolgte über den regionalen Energieversorger Enervie (Mark-E). Vorstandssprecher Ivo Grünhagen hatte das Altenaer Unternehmen für die Idee begeistert und zusammen mit einer Leasingfirma auch die Anschaffung in die Wege geleitet.

Der Mitsubishi und die E-Tankstelle spielen ein Stück Zukunftsmusik. Sabine Jungkurth: „Noch ist das E-Mobil für unser Unternehmen gegenüber konventionellen Fahrzeugen nicht rentabel.“ Dies könne sich aber in den nächsten Jahren durchaus ändern. Auch eine komplette Firmenflotte aus Elektrofahrzeugen hält das Rahmeder Unternehmen für denkbar – dies aber eher mittel- oder langfristig. Entscheidend dürfte da die Entwicklung der Akkumulatorentechnik sein, also der Batterien.

Wenn das Mitsubishi-Fahrzeug vollständig entladen ist, dauert eine Voll-Aufladung rund sechs Stunden. In der Praxis müsse das aber kein Nachteil sein, ergänzt Ewald Jungkurth. Da der Akku keinen so genannten Memory-Effekt kennt, kann der Energiespeicher jederzeit und auch „mal zwischendurch“ aufgeladen werden.

Das jüngste Mitglied der Jungkurth-Flotte bringt es auf eine Leistung von 35 kW (47 PS) und hat eine Reichweite von etwa 100 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 Stundenkilometern.

Im Kreis gibt es derzeit 24 reinrassige Elektrofahrzeuge und 159 Hybrid-Autos. Zum Vergleich: Insgesamt sind 229 000 Pkw angemeldet.

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