Sprengung bei VDM: Schornstein fällt schnell

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Nur drei Sekunden dauerte es, bis der Kamin am Boden lag.

ALTENA ▪ Am Ende ging alles ganz schnell. Keine drei Sekunden benötigten 500 Gramm Sprengstoff und der „lange Ziegelstein-Lulatsch“, lag in tausenden von Einzelteilen am Boden.

Dabei haben über viele Jahrzehnte hunderte von Altenaern gerade unter diesem einstigen Wahrzeichen gearbeitet und ihr Brot verdient.

Weil der Kamin, der gut und gerne 60 Jahre auf dem Buckel hatte, augenfällig Baumängel hatte, musste Wilhelm Witzgall, der in Iserlohn als selbständiger Sprengmeister tätig ist, ran. So hatten abfallende Steine schon mal für Irritationen auf einer Fläche gesorgt, auf der besonders Mitarbeiter des Finanzamtes ihre Fahrzeuge zum Parken abstellen.

Der Kamin musste fallen

In Absprache mit dem Ordnungsamt- und der Hochbaubehörde der Stadt wurde dann schnell entschieden, der Kamin muss fallen.

„Das ist keinesfalls Routine“, sagte Sprengmeister Wilhelm Witzgall, der den Spreng-Vorgang weitesgehend geheim hielt. Und so waren nur wenige Augenpaare auf den Ort der Sprengung gerichtet, als der Kamin fiel. „Wir haben uns vor Ort umgesehen, festgelegt, wo und wie der Kamin kippen soll und dann fertig“, sagte der Experte. Das Wort Routine passe nicht zum hochgefährlichen Umgang mit Sprengstoff fügt der Iserlohner an, der mit einem dreiköpfigen Team vor Ort war.

Ein Stück Industriegeschichte

Rainer Hoffmann vom Ordnungsamt hatte seine Kamera dabei, als dieses Stück Industriegeschichte fiel. Er hörte auch das Signal „Räumen“ und später das Tuten „Baustelle wieder frei“. Die Aufnahmen machte er vom Buchholz, von der anderen Lenneseite, aus.

Der Kamin gehörte einst zur Münzpräge bei VDM. Und nur weil Hoffmann eine schnell auslösende Kamera hat, konnte er den Fall des Giganten so fototechnisch dokumentieren.

15 Uhr stand der Ziegelbau noch, 15.03 Uhr war am Freitag, 23. Juli, alles vorbei. Maßarbeit eben und Alltag für das Witzgall-Team. ▪ Johannes Bonnekoh

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