Judith Köster, Björn Uhr, Thorsten Janson und Bernhard Diel

Das sagen die Altenaer Parteien zur Brexit-Verlängerung und den Folgen

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Die britische Premierministerin Theresa May beim Brexit-Sondergipfel in Brüssel.

Altena – Was sagen die Spitzen der Altenaer Parteien zur Brexit-Verlängerung und den Folgen? Judith Köster (Grüne), Björn Uhr (CDU), Thorsten Janson (SPD) und Bernhard Diel (FDP) beziehen gegenüber unserer Redaktion Stellung.

Für Judith Köster, die neue Grünen-Frontfrau in Altena, ist das Thema Brexit mittlerweile „eine Komödie“, bei der sich kein Weiterkommen abzeichnet. Sie liegt damit auf gleicher Linie mit Björn Uhr, CDU-Stadtverbands-Vorsitzender. Dem ist das Thema aber „zu ernst, als das ich mich nicht doch täglich informiere, wie es weitergeht.“

SPD-Ratskollege Thorsten Janson „kann beim Thema Brexit nur noch den Kopf schütteln.“ Und er fügt an: „Aber das Entsetzen und Unverständnis darüber hat schon mit der Entscheidung zum Austritt begonnen.“ 

Bernhard Diel, kürzlich wieder gewählter FDP-Ortsvereinschef, verfolgt als ausgebildeter Englisch-Lehrer die Brexit-Debatte sogar über die Prime Ministers Question oder die BBC und den Guardian. Er konstatiert: „Das ganze ist für Deutschland, aber auch den MK, ein sehr wichtiges Thema.“

Brexit: Thema Wirtschaft

Damit folgt der Bogenschlag zur heimischen Industrie, die stark von Automotiv und auch durch die deutsch-britische Zusammenarbeit geprägt ist. Machen sich die vier Lokal-Politiker Sorgen um örtliche Arbeitsplätze wegen des Brexits? 

Björn Uhr, CDU, sieht bei einem harten Brexit durchaus einen „Worst Case“ auf die Region zukommen. Thorsten Janson, SPD, möchte darüber „keine Spekulationen“ in die Welt setzen. Und FDP-Mann Bernhard Diel bleibt optimistisch: „Probleme sehe ich eher nicht.“ Einzig die Grenzkontrollen und die dann völlig veränderte Zollabwicklung sieht er als sehr problematisch an. 

Judith Köster, Grüne, spricht bereits jetzt von einer aktuellen Unsicherheit in der Wirtschaft. Auch sie glaubt, dass es langfristig keinen spürbaren wirtschaftlichen Einbruch geben wird.

Brexit: Thema Fristverlängerung

Björn Uhr, CDU, setzt nach der neuerlichen Fristverlängerung auf einen „geordneten Ausstieg“, er mahnt aber an, dass endlich andere Dinge wieder wichtig werden müssen, weil der Brexit Europa lähme. Eine Europawahl-Wahlbeteiligung sieht er als nicht problematisch an. 

Thomas Janson, SPD, wählt eher ein krasses Beispiel in Richtung neuerliche Fristverlängerung. So langsam habe er den Eindruck, dass die Briten Europa „am Ring durch die Nase durch die Manege führen.“ Eine Wahlbeteiligung hält er demgegenüber aber für problematisch, wegen des sehr gespaltenen Eindrucks, den die Inselbewohner machten.

Brexit: Thema zweites Referendum 

Und ein zweites Referendum? Auch da überwiegt eine kritische Einschätzung. Judith Köster, Grüne: „Ich finde nicht, dass es den übrigen Europäern zusteht, ein neues Referendum zu fordern. Es wurde eine demokratische Entscheidung getroffen.“ 

Die Teilnahme an der Europawahl sieht die Grüne als „Chance, die pro europäische Einstellung vieler junger Briten deutlich zu machen.“ Bernhard Diel, FDP, fragt rhetorisch: „Wie oft soll man abstimmen lassen? Aber, ob das Ergebnis anders wäre als bisher?“ 

Alle AK-Gesprächspartner waren erst kürzlich „auf der Insel“ oder planen, schon bald wieder britische Luft zu schnuppern. 

Das wünschen sich die Lokalpolitiker für die Briten und Europa 

  • „Einen fairen Ausstieg oder einen fairen Verbleib“ - Bernhard Diel.
  • „(....) dass England weiter in der EU verbleibt oder nach kurzer Abstinenz wieder zurückkehrt“ - Thorsten Janson.
  • CDU-Stadtverbandschef Björn Uhr: „Ich wünsche mir keinen harten Brexit.“
  • Judith Köster, Grüne: „(...) dass es ein geregeltes Verfahren gibt (....) und das die Chance auf einen späteren Wiedereintritt nicht verbaut wird.“

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