1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Der traurigste Spielplatz weit und breit

Erstellt:

Von: Thomas Bender

Kommentare

Spielplatz Mittlere Brücke Spielgerät kaputt
Einen trostlosen Anblick bietet der Spielplatz an der Mittleren Brücke. © Bender, Thomas

Es geht immer noch ein bisschen schlimmer. Das bewahrheitet sich gerade am Spielplatz neben der Mittleren Brücke: Nachdem im Mai die ursprünglichen Spielgeräte abgeräumt wurden, ließ die Stadt nach entsprechenden Protesten von Eltern drei im Bauhof eingelagerte Geräte installieren. Eins davon ist jetzt schon wieder kaputt und deshalb mit Baken abgesperrt. Was bleibt, sind ein Sandkasten und ein Brett zum Balancieren – ein überaus trauriger Anblick.

Altena – Wann sich das ändert, steht völlig in den Sternen. Das hängt mit dem benachbarten ehemaligen Postgebäude zusammen. Dessen neuer Eigentümer hat nämlich auch ein Wegerecht erworben. Das räumte die Stadt der Post vor Jahrzehnten ein, damit sie aus Richtung Fußgängerbrücke auch mit größeren Fahrzeugen auf den Hof des Postamtes fahren konnte.

Probleme mit dem Wegerecht

Dieses Wegerecht verhindert jetzt, dass der zentral gelegene Spielplatz vergrößert werden kann, was die Stadt eigentlich plant – sie will den gesamten Bereich zwischen der Mauer zur Lenneuferstraße und der Bebauung an der Lennestraße mit Spielgeräten ausstatten. Dazu müsste das Wegerecht aus dem Grundbuch gelöscht werden. Dazu sei der neue Besitzer des Post-Gebäudes grundsätzlich auch bereit, erklärt Bürgermeister Uwe Kober (CDU) nach entsprechenden Gesprächen. Es scheitere aber an der konkreten Umsetzung – weil der Mann sich oft im Ausland aufhalte, sei es trotz monatelanger Bemühungen bis heute nicht gelungen, einen Termin für den zur Änderung des Grundbuchs erforderlichen Besuch beim Notar zu finden. Kober: „Das ist alles sehr, sehr mühselig. Aber wir haben alles getan, was wir konnten.“ Und: „Natürlich weiß ich, dass gerade an dieser Stelle ein Spielplatz fehlt.“

Wann Abhilfe geschaffen werden kann? 2023, hofft der Bürgermeister – und wenn es dann (noch) nicht die gewünschte große Lösung sein kann, dann doch wenigstens eine „ordentliche Übergangslösung“, verspricht Kober Altenas Kindern.

Wird als Flutschaden geführt

Verkompliziert wird die Sache dadurch, dass der Spielplatz bei der Stadt als Hochwasserschaden geführt wird. „Gehweg-/Spielplatzplatten unterspült; Spielplatzgeräte gelockert; Geräte teilweise beschädigt; Standfestigkeit gefährdet“, heißt es im Wiederaufbauplan, in dem der Schaden mit rund 65 000 Euro angegeben wird.

Mit dem Wiederaufbau kann aber erst begonnen werden, wenn ein sogenanntes Projektdatenblatt ausgefüllt und von der Bezirksregierung abgenickt ist. Dann müssen die Arbeiten auch noch ausgeschrieben werden.

Immerhin haben sich schon Hersteller von Spielgeräten Gedanken darüber gemacht, was auf dem Spielplatz alles möglich wäre – die Stadt hatte sie darum gebeten, erste Pläne sollen demnächst dem Jugendhilfeausschuss präsentiert werden. Auf den Cent wird übrigens nicht geschaut, die Stadt kann mehr ausgeben als die 65 000 Euro, die im Wiederaufbauplan stehen.

Zielgerichtete Spenden

Es wurde nämlich zielgerichtet gespendet für diesen Spielplatz, zum Beispiel von den Maltesern in Büren, die in ihrer Heimatstadt 35 000 Euro zusammentrugen. Besonders rührend war eine Aktion von Kindern aus Altenaffeln. An der dortigen Grundschule ist es Tradition, dass die Viertklässler vor Weihnachten einen Basar mit Selbstgebasteltem und -gebackenen veranstalten und den Erlös spenden. Stolze 1 400 Euro kamen zusammen, die Hälfte davon ging nach Altena und soll jetzt ebenfalls für diesen Spielplatz ausgegeben werden.

Auch am Hemecker Weg: Spielplatz gesperrt

Der Spielplatz in der Innenstadt ist übrigens nicht der einzige, der ein Opfer der Flut wurde. Gesperrt ist seit Juli 2021 auch der am Hemecker Weg. Dort ist der Schaden deutlich höher, im Wiederaufbauplan stehen fast 350 000 Euro. Das liegt nicht nur an defekten Spielgeräten, sondern vor allem daran, dass die Flut die Böschung zum unterhalb fließenden Bach weggerissen hat.

Auch interessant

Kommentare