Hier blutet in Altena der Steuerzahler

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Nach fünftägiger Sperrung der B 236 fast vollendet: Vom Haus Werdohler Straße 55 steht nur noch das Kellergeschoss.

Altena -  Die Mitarbeiter der Firma Freimuth aus Bülkau bei Cuxhaven haben während der viertägigen Vollsperrung der B 236 ganze Arbeit geleistet: Das Haus Werdohler Straße 55 ist größtenteils abgerissen, es steht nur noch das Kellergeschoss. Um das abzutragen, reicht eine halbseitige Sperrung der Bundesstraße aus.

Über 100 000 Euro muss die Stadt für den Abbruch dieses Gebäudes zahlen – Kosten, auf denen sie und damit der Steuerzahler sitzen bleiben wird. Die Eigentumsverhältnisse rund um das ehemalige VDM-Werk Schwarzenstein sind nämlich einigermaßen verworren. Es ist in vielen Fällen nicht möglich, den einzelnen Gebäuden Eigentümer zuzuordnen. Das liegt einerseits daran, dass nach dem Tod von Chafik Itani dessen Nachlass nach wie vor noch nicht geordnet ist. Andererseits hat der Geschäftsmann vor seinem gewaltsamen Tod einzelne Häuser weitergegeben – teils an seine Firmen, teils an Verwandte. Davon wiederum haben einige von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihr Eigentum aufzugeben und so die damit verbundenen Probleme der öffentlichen Hand aufzudrücken. Andere sind für die Stadt schlicht nicht greifbar. So suchte sie im Sommer im Zusammenhang mit den Schrottimmobilien am Schwarzenstein nach einem Yahya Itani – von dem weiß man nur, dass er sich wahrscheinlich im Libanon aufhält.

Der Abbruch der Häuser 55 und 60 ist nur die Spitze des Eisbergs: Es ist offenkundig, dass am Schwarzenstein in absehbarer Zeit bei weiteren Gebäuden akuter Handlungsbedarf auftreten wird.

Von Thomas Bender

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