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Tafel in Not: Altena hilft

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Von: Thomas Bender

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Spendenaktion Stadtmarketing für Tafel Altena
Flasche mit Lichterkette, Tüte mit Mandeln: Ulrike Betzler Hüttemeister zeigt, wie auf der Wintermeile Geld für die Tafel gesammelt wird. © Bender, Thomas

In den Supermärkten wird immer weniger Ware aussortiert. Das sieht man bei den Tafeln landauf, landab mit einem weinenden und einem lachenden Auge: Einerseits ist es ihr erklärtes Ziel, der Verschwendung von Lebensmitteln Einhalt zu gebieten. Andererseits fehlen ihnen jetzt die Waren, mit denen sie Bedürftige unterstützen – und das zu einer Zeit, in der immer mehr Menschen auf diese Hilfe angewiesen sind. Auch in Altena.

Altena – In der Burgstadt läuft die Tafel unter der Regie des Stellwerks, sie ist organisatorisch eine Art Zweigstelle der Lüdenscheider Tafel. Gegründet wurde sie Anfang 2021. „Anfangs waren 80 Menschen bei uns registriert“, erinnert sich Anette Wesemann. Inzwischen stehen 350 in den Listen – lauter Menschen, die nachweisen konnten, dass ihr Einkommen nicht ausreicht, um sich und ihre Familie zu ernähren. Flüchtlinge gehören ebenso zur Kundschaft wie Hartz IV-Empfänger und die Empfängerinnen von (zu) kleinen Witwenrenten.

Wer wenig hat, spürt die Inflation besonders

Gerade Menschen mit geringem Einkommen litten natürlich sehr unter der momentanen Teuerungswelle, erklärte Wesemann, als sie jetzt Besuch von einer Delegation des Lions-Clubs bekam. Klaus Hesse, Friedhelm Kraus und Martin Kayser waren gekommen, um einen 3000 Euro-Scheck zu überreichen.

Natürlich nutzten die drei die Gelegenheit, sich über die Arbeit der Tafel zu informieren. Um die 40 Helfer sind dort aktiv – darunter auch junge Leute, die sich an den Ausgabetagen extra freinehmen. „Das schätze ich sehr“, sagt Wesemann mit Hinweis auf den sonst recht hohen Altersdurchschnitt der Stellwerk-Aktiven. Zwei Mal im Monat werden Lebensmittel ausgegeben, die zuvor in Supermärkten und bei Discountern in Altena und Lüdenscheid eingesammelt wurden. Anfangs sei sie fassungslos gewesen, was da alles weggeben werde, berichtete Wesemann ihren Besuchern. Seit einiger Zeit komme aber weniger Ware an: „Der Handel plant inziwschen auch anders“.

Kritik an den langen Schlangen an der B 236

Etwa 120 Personen kommen pro Durchgang zur Tafel. Vor dem Stellwerk-Büro in der ehemaligen Polizeiwache an der Lüdenscheider Straße bildet sich dann eine lange Schlange – „unmöglich“, entsetzt sich Klaus Hese. Die Situation sei nicht nur stigmatisierend, sondern auch gefährlich. „Ich bin auch nicht glücklich damit, dass die Leute da auf dem Bürgersteig Schlange stehen“, räumte Wesemann ein. Allerdings guckt sie aufs Geld: Einziger fester Kostenblock der Tafel Altena ist die Beteiligung an den Kosten des Kühlwagens, mit dem die Lebensmittel eingesammelt werden. Die Räume an der Lüdenscheider Straße stellt die Stadt zur Verfügung, sie zahlt auch die Heizung und die Stromkosten für die Kühlgeräte. Es müsse doch noch andere, sozial eingestellte Immobilienbesitzer geben, die kostenlos Räume zur Verfügung stellen könnten, meinten die Mitglieder der Lions-Delegation und brachten die ehemalige Filiale der Deutschen Bank ins Spiel, die der Altenaer Baugesellschaft gehört.

Spende Lions-Club  für Tafel in Altena
Anette Wesemann freut sich über den Scheck des Lions-Clubs. Überreicht wurde er von Klaus Hesse, Friedhelm Kraus und Martin Kayser (von links). © Bender, Thomas

Was aus den Geschäften kommt, reicht inzwischen nicht mehr aus, die Tafel muss zukaufen – „ich kommne mir schon ein bisschen blöd vor, wenn ich vor den Ausgabetagen für 300 Euro beim Lidl einkaufe“, gesteht Wesemann. Obwohl die Kunden der Tafel einen kleinen Obulus bezahlen müssen, sind Spenden wie die des Lionsclub erforderlich, um diese Einkäufe zu finanzieren.

Einige hundert Socken sind im Zulauf

Gut also, dass ein weiterer Scheck schon in Sicht ist. Er wird vom Stadtmarketing kommen, wo eine kleine Gruppe um Ulrike Betzler-Hüttemeister 800 Taschen gepackt hat. Sie enthalten eine kleine Flasche, die durch eine Lichterkette stimmungsvoll beleuchtet wird und eine Tüte mit gebrannten Mandeln vom in Altena bekannten Schausteller Langhoff. Die Taschen sind ab Freitag, 25. November, bei den Teilnehmer n der Wintermeile erhältlich, und zwar gegen eine Spende. „Zehn Euro dürfen es schon sein“, wünscht sich Betzler-Hüttemeister.

Weitere Hilfe kommt aus Schmallenberg: Der dort ansässige Sockenhersteller Falke stellt dem Lionsclub auch in diesem Jahr einige hundert Paar Socken zur Verfügung, die über die Tafeln in Altena und Werdohl verteilt werden.

Spendenkonto

Wer die Tafel in Altena unterstützen will, spendet unter dem Betreff „Tafel“ an das Stellwerk, Iban DE80458510200080055882

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