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Spediteure klagen: Lkw-Fahrer fehlen

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Von: Thomas Bender

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Kabine eines Lastwagens mit Fahrer
Der Beruf des Lkw-Fahrers hat in Deutschland kein gutes Image. © Valentyn Semenov/imago

Es fehlen tausende Lkw-Fahrer. Das bekommen die Spedition im MK deutlich zu spüren. Auch sie kämpfen um jeden Fahrer - und das in einer Branche, deren Image nicht das beste ist.

Altena – Fredrik Vormann von der gleichnamigen Spedition in der Rahmede kennt die Zahlen aus dem Effeff: 50 000 Lkw-Fahrer werden in den kommenden Jahren bundesweit in Rente gehen, nur 20 000 wachsen nach. Der jetzt schon spürbare Fahrermangel werde sich zuspitzen, befürchtet der Unternehmer. „Berufskraftfahrer gesucht“ heißt es deshalb eigentlich schon immer auf der Vormann-Homepage.

Ständig auf Fahrersuche: Fredrik Vormann (l.) aus der gleichnamigen Spedition in der Rahmede.
Ständig auf Fahrersuche: Fredrik Vormann (l.) aus der gleichnamigen Spedition in der Rahmede. © Keim, Thomas

Damit steht dieses Unternehmen nicht allein: „Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir mehrere Kraftfahrer/innen“, liest man bei der in der Nette ansässigen Firma SKH. Und die Spedition Kayser, die ihre Wurzeln in Evingsen hat, sucht neben Fahrern auch Auszubildende. „Wunderbar“ sei es, dass in diesem Sommer gleich drei junge Menschen bei Kayser eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer begonnen hätten, meint Firmenchef Martin Kayser. Jetzt hofft er, sie anschließend auch halten zu können.

„Weiß nicht, wo Reise noch hinführen soll“

Viele Fahrer der Spedition Kayser sind im wahrsten Sinne des Wortes alte Fahrensmänner: Seit Jahrzehnten im Betrieb und mit diesem fest verwachsen. Eine seltener werdende Spezies, ahnt man, wenn man Fredrik Vormanns Schilderungen hört: Er berichtet von Bewerbern mit deutlich überhöhten Gehaltsvorstellungen bei alles andere als überzeugender Qualifikation und einer insgesamt hohen Fluktuation. „Ich weiß nicht, wo diese Reise noch hinführen soll“, klagt der Unternehmer.

Die Spedition Kayser in Werdohl-Dresel wirbt mit einem modernem Fuhrpark um Fahrer.
Die Spedition Kayser in Werdohl-Dresel wirbt mit einem modernem Fuhrpark um Fahrer. © Witt

Dabei bietet Vormann seinen Mitarbeitern Arbeitszeiten, von denen die Fahrer anderer Speditionen nur träumen können: kein Fernverkehr und feste Touren. „Die Leute haben feste Arbeitszeiten und sind abends zuhause“, sagt er.

Fernverkehr nicht für alle attraktiv

Bei Kayser sieht das anders aus. Die 35 Lkw der heute in Werdohl-Dresel ansässigen Spedition werden auch im Fernverkehr eingesetzt – mit der Folge, dass die Fahrer auch mal mehrere Tage lang unterwegs sind, was sich oft mit dem Familienleben nur schlecht vereinbaren lässt. „Werksverkehr ist sicher attraktiver“, weiß Martin Kayser.

Diese ungünstigen Arbeitszeiten und die Bezahlung der Berufskraftfahrer sowie deren zum Teil schlechtes Image in der Bevölkerung erschwere die Nachwuchsgewinnung, meint der Spediteur und berichtet, dass es immer mehr Unternehmen gebe, die im europäischen Ausland nach neuen Fahrern suchen.

Fitnessraum und moderner Fuhrpark

Die Spedition Kayser verfolgt allerdings einen anderen Ansatz, indem sie möglichst attraktive Arbeitsplätze anbietet. Der firmeneigene Fitnessraum werde zwar nicht besonders gut angenommen, dafür punktet das Unternehmen mit einem modernen Fuhrpark: „Wir stellen unseren Fahrern wirklich gut ausgestattete Fahrzeuge zur Verfügung“, sagt Kayser.

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