Gosch will Haushalt zügig ausgleichen

Gespräch unter geistlicher Führung: Diakon Ulrich Slatosch (links) und Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier (r.) moderierten das einzige öffentliche Gespräch, dass Bürgermeister Dr. Hollstein und sein Herausforderer Christian Gosch im Vorfeld der Wahl führen werden.

Altena -  Hollstein-Herausforderer Christian Gosch wirft der Altenaer Kommunalpolitik vor, viel zu spät auf die finanziellen Probleme der Stadt reagiert zu haben. Die Grundsteuer hätte schon längst deutlich erhöht werden müssen, sagte er gestern Abend bei einer Podiumsdiskussion im Lutherhaus.

„Mitten in der Stadt“ sähen sich die Kirchen – so begründet Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier, warum auch vor dieser Wahl die Kirchen zur einzigen öffentlichen Podiumsdiskussion vor der Wahl eingeladen hatten. Zusammen mit dem katholischen Diakon Ulrich Slatosch moderiert er zwei Gesprächsrunden im überfüllten Saal: Erst sprachen sie mit den Kandidaten für das Bürgermeisteramt, dann mit Vertretern der Parteien, die für den Rat kandidieren.

Und über allem schwebte der Sparkommissar – für Gosch tut der nur das, was die Kommunalpolitik bisher versäumt hat. Den Haushaltsausgleich „zügig“ herbeizuführen sei die vorrangige politische Aufgabe der Kommunalpolitik und eine Frage der Generationengerechtigkeit. Das sei auch erforderlich, um den Bestand von Musikschule, Bücherei und anderen Strukturen „so weit es geht“ zu erhalten.

„Immer nur zu sagen, es liege an den anderen, das ist der falsche Weg“ – so kommentierte Gosch die Ausführungen des Mannes, dessen Nachfolge er am 25. Mai antreten will. Dr. Andreas Hollstein sagte einmal mehr, dass Altenas Finanznot auch auf der Verteilungspolitik des Landes zurückzuführen sei. Zwar habe die rot-grüne Landesregierung die Mittel für die Kommunen erhöht, dafür gebühre ihr auch Respekt. „Das Geld geht aber vor allem in die Großstädte, und das werde ich auch weiterhin sagen“, sagte der Bürgermeister. Gosch widersprach dem nicht, wies aber darauf hin, dass in den Ballungsräumen eine wesentlich breitere Infrastruktur (er nannte Flughäfen und U-Bahnen) vorgehalten werden müsse.

Hollstein verwies darauf, dass die Stadt seit Jahren einen Sparkurs fahre, der von allen Parteien mitgetragen werde und der schon jetzt zur Folge habe, dass Altenas Bürger zum Beispiel über die Abwassergebühr stärker belastet seien als Einwohner anderer Städte.

Die vorhandenen Unternehmen in Altena zu halten werde „ein ganz wichtiges Thema“ sein, sagte Gosch auf die Frage nach weiteren programmatischen Forderungen. Hollstein sah die Stadt in vielen Bereichen gut aufgestellt. So seien bei der Neuordnung der Schullandschaft die Weichen gestellt, das werde in absehbarer Zeit wegen der Schließung der Hauptschule auch zu Einsparungen führen. Gut sei die Quartiersarbeit, die in vielen Stadtteilen gut angelaufen sei und die es in den kommenden Jahren weiter zu fördern gelte. Außerdem werde er sich für eine Fortschreibung des Konzepts 2015 einsetzen – „damit wir auch zukünftig wissen, wo wir alle miteinander hinwollen“.

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