SPD-Fraktion diskutiert mit Bürgern vom Nettenscheid

Die Sozialdemokraten Wolfgang Ewald, Irmgard Ibrom und Michael Scheffler diskutierten mit Nettenscheider Bürgern.

ALTENA ▪ Die Sozialdemokraten haben am Freitagabend zu ihrer ersten offenen Fraktionssitzung ins Haus Mayweg eingeladen, gekommen sind rund zehn Einwohner des Nettenscheids. Dabei ging es um diese, für den Stadtteil wichtige Themen: Zukunft des Kindergartens und des Neubaugebietes. Als Gastredner begrüßte die Vorsitzende Irmgard Ibrom den SPD-Landtagskandidaten Michael Scheffler und Wolfgang Ewald, Fraktionsvorsitzender der SPD im Regionalrat Arnsberg.

„Kurze Beine, kurze Wege“, dieses Motto müsse auch für den Nettenscheid gelten, meinte Scheffler im Hinblick auf die im Sommer 2013 bevorstehende Schließung des Kindergartens. „Wenn es vor Ort keine Kinderbetreuung mehr gibt, muss man sich die Frage stellen, ob dieser Stadtteil überhaupt noch interessant für junge Familien ist.“ Und die Stadt wolle diese ja ins Neubaugebiet locken.

Angesichts des demographischen Wandels müsse man aber auch bereit sein, pragmatische Lösungen zu finden, so Scheffler weiter. „Die Awo steht Gewehr bei Fuß für Gespräche mit der Stadt“, erklärte er, der seit 1987 für die Arbeiterwohlfahrt in verschiedenen leitenden Postionen tätig war. Möglich sei eine Übernahme des Nettenscheider Kindergartens, dessen derzeitiger Träger die evangelische Kirche ist. „Das ist alles eine Kostenfrage – ganz klar“, wurde Scheffler deutlich und riet Verwaltung und Politik dazu, schnell in Verhandlungen zu treten. „Die Eltern wollten Planungssicherheit für 2013.“ Scheffler sicherte seine Hilfe zu, denn „Kindern tut es gut, wenn sie in ihrem nahen Umfeld zum Kindergarten und zur Schule gehen können“.

Eine weitere Möglichkeit für den Stadtteil oben auf dem Berg sah er in einer Art Tagespflegestation, wo sich mehrere Tagesmütter um die Betreuung der Kinder kümmern. Dieses Konzept haben die Grünen bereits ins Spiel gebracht (wir berichteten).

Mit dieser Variante konnten sich die am Freitag anwesenden Eltern allerdings nicht so recht anfreunden. Ihnen wäre am liebsten, die Einrichtung bliebe als Kindergarten erhalten. Christopher Rosenbaum erklärte, die Elternschaft habe den Verantwortlichen viele Vorschläge gemacht, unter anderem die Gründung eines Fördervereins, um die Zukunft des Kindergartens zu sichern. „Jetzt setzen wir große Hoffnung in die Politik. Wir zahlen Kindergartenbeiträge, dann wollen wir auch Leistungen dafür.“ Darauf versprach der zur SPD-Fraktion zurückgekehrte Lutz Vormann: „Die Kindergärten sollen nicht auf der Liste der Grausamkeiten des Bürgermeisters landen“. Und: „Wir sind ganz klar an ihrer Seite.“ Die SPD-Fraktion will nun im Jugendhilfeausschuss einen entsprechenden Antrag stellen, um in Diskussion zu treten und Verhandlungen in Gang zu setzen.

Zum Thema „Wohnen auf dem Nettenscheid“ waren die Gäste der SPD eigentlich voll des Lobes: „Ich wohne sehr gerne hier“, sagte zum Beispiel Christoher Rosenbaum. Der gebürtige Iserlohner ist vor zehn Jahren hierher gezogen, weil er im Grünen wohnen wollte. Doch er sparte auch nicht mit Kritik: „Das verwitterte Werbeschild für das Neubaugebiet ist sicher alles andere als ein Aushängeschild für attraktive Grundstücke und der Anblick des Hochhauses ist einfach nur schrecklich“, so Rosenbaum. Das Wohnen im Grünen müsse vernünftig beworben werden, damit die Stadt weitere Grundstücke verkaufen kann. „Wir, die Elternschaft des Kindergartens, werden dabei gerne behilflich sein“, sicherte er zu.

Frank Kolar, der täglich vom Nettenscheid nach Bonn zur Arbeit fährt, meinte ebenfalls: „Wir müssen den Menschen ins Bewusstsein rücken, wie gut es in Altena ist. Wir haben eine gute Zuganbindung, der Weg zur Autobahn ist auch nicht weit und dazu ist es noch ruhig hier.“

Seine Hilfe bot hier auch Wolfgang Ewald an. Als Vorsitzender des Strukturausschusses wolle er sich den Problemen des Nettenscheids annehmen und die Themen Hochhaus – für ihn eine „städtebauliche Sünde“ – und die Notwendigkeit der professionellen Vermarktung des Neubaugebietes auf die Tagesordnung bringen. „Vielleicht kann die nächste Sitzung des Strukturausschusses auch hier oben stattfinden“, sagte Ewald. ▪ Von Ilka Kremer

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