Kurioses Verwirrspiel um Antrag: SPD will Geld fürs Kinder-Schwimmen locker machen - aber nur in einem Verein

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Geld fürs Kinder-Schwimmen will die SPD locker machen - aber nur in einem Verein.

Altena – Verwirrspiel um einen Antrag der SPD zum Haushalt: es soll Geld fürs Kinder-Schwimmen locker gemacht werden. Aber nur für Unterricht in einem speziellen Verein. Und eigentlich hätte der Antrag gar nicht verteilt werden sollen.

Lutz Vormann präsentierte ihn nach der fraktionsinternen Etatberatung der Presse und schickte ihn auch an die Verwaltung. Die verteilte ihn vor der Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur, wo er dann aber gar nicht beraten wurde. Er habe ihn zurückgezogen, teilte Vormanns Stellvertreter Thorsten Janson mit. 

Begründung: „Eigentlich sollte das Papier erst noch in der Fraktion beraten werden und ist versehentlich schon an die Verwaltung weitergereicht worden.“ 

Viele Kinder können nach der Grundschule immer noch nicht schwimmen

Inhaltlich geht es um das Thema Schwimmen. 45 Prozent aller Grundschüler in NRW können am Ende der ersten vier Schuljahre nicht schwimmen. Das hat die DLRG ermittelt. Diesen Missstand will die SPD nicht weiter hinnehmen, auch wenn es für die Burgstadt keine gesicherten Zahlen über Schwimmer beziehungsweise Nichtschwimmer gibt. 

Lutz Vormann sagt: „Wir werden im Rat beantragen, für die Schulanfänger des kommenden Jahrgangs ein beitragsfreies Jahr im Sportverein SSG Altena zu ermöglichen. Die Burgstadt sollte für jedes Kind, das eingeschult wird, das erste Beitragsjahr in Höhe von 55 Euro übernehmen.“ 

Über den „dicken Daumen“ rechnet die SPD mit Kosten von „unter 10.000 Euro“. Deshalb wird sie laut Vormann in den anstehenden Haushaltsplanberatungen beantragen, genau diese Summe in den Haushalt 2020 einzustellen.  

Nur ein Verein würde profitieren

„Die Strategie des Sportverein SSG Altena, keine zeitbegrenzten Nichtschwimmer-Kurse anzubieten, sondern Kindern die Zeit einzuräumen, die jedes Kind individuell benötigt, um das Schwimmen zu erlernen, erscheint uns sehr erfolgversprechend“, begründet Vormann.

Seine Partei regt zusätzlich an, dass „die Verwaltung prüfen möge, ob für dieses Projekt nicht das Landesförderprogramm ,Sportplatz, Kommune, Kinder- und Jugendsport’ in Anspruch genommen werden kann“.  Ob dieser Antrag gestellt wird oder nicht, ist ebenso offen wie die Frage, ob die anderen Ratsfraktionen ihm zustimmen werden. 

Abgesehen den finanziellen Aspekten hat der SPD-Vorschlag nämlich einen weiteren Schönheitsfehler: Es gibt in Altena neben der SSG noch zwei weitere Vereine, die sich das Thema Schwimmunterricht auf die Fahnen geschrieben haben: den SC Gut Nass und die DLRG Altena/Dahle. 

Auch SC Gut Nass gibt zeitlich unbegrenzte Kurse

Auch sie verzichten auf eine zeitliche Beschränkung der Kurse. Auf der Homepage des SC Gut Nass heißt es dazu: „Weil es dem Club wichtig ist, dass am Ende der Ausbildung auch jeder Nichtschwimmer als Schwimmer die Abteilung verlässt, haben wir keine zeitlich begrenzten Kurse eingerichtet. Jeder Schwimmschüler bleibt so lange in der Abteilung, bis er oder sie die Bedingungen zum Seepferdchen erfüllen kann, ohne dass es für die Eltern zu einem größeren finanziellen Aufwand kommt."

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