Keine Erben? – Stiftung gründen

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Wenn nahe Angehörige im Hospiz gut betreut wurden, kann das Anlass für die Gründung einer Stiftung sein.

Altena - Auch nach dem Tod noch Gutes tun, vielleicht auch, um den eigenen Namen weiterleben zu lassen – das ist einer der Gründe, die Menschen zur Gründung einer Stiftung zu bewegen. Allerdings: Dafür ist ein kompliziertes bürokratisches Verfahren erforderlich, außerdem muss das Stiftungskapital wenigstens 50 000 Euro betragen.

Die Sparkasse macht’s schon für die Hälfte. Sie hat 2013 eine Stiftergemeinschaft gegründet. Wer der wenigstens 25 000 Euro anvertraut, kann eine Art Unterstiftung gründen. Den Namen dieser Unterstiftung können die Kunden ebenso festlegen wie den Stiftungszweck. Wie jede Stiftung hat auch die Stiftergemeinschaft der Sparkasse ein Kuratorium. Es besteht aus den Sparkassenchefs Kai Hagen und Mike Kernig sowie aus Tomislav Majic und Stefan Wenning. Der ist als Vertriebschef der Sparkasse auch deren Stiftungsbeauftragter.

An wen das Geld der Stiftungen fließt, ist durch die Stifter festgelegt und vom Kuratorium nicht zu beeinflussen – schließlich handele es sich „nicht um eine Stiftung der Sparkasse, sondern um Namens- beziehungsweise Themenstiftungen unserer Kunden“, erklärt Sparkassenvorstand Kai Hagen. Deshalb beschränkt sich die Aufgabe des Kuratoriums im Wesentlichen darauf, die Stiftungsgelder sicher anzulegen.

Dazu arbeitet die Sparkasse mit der Deutschen Stiftungstreuhand in Fürth zusammen. Das sorgt dafür, dass die Anlagestrategie der Gelder doppelt und dreifach abgesichert ist. „Wir handeln da sehr konservativ“, erklärt Wenning. Natürlich macht das Geldinstitut das nicht umsonst: Etwa acht Prozent des Stiftungskapitals werden bei der Gründung als einmalige Gebühr fällig.

Die Sparkasse versteht ihre Stiftergemeinschaft als Dienstleistung insbesondere für etwas ältere Kunden, die sich Gedanken darüber machen, was nach ihrem Tod mit ihrem Geld passiert – vor allem natürlich dann, wenn es keine Erben gibt.

Das sei inzwischen immer öfter der Fall, weiß Wenning und berichtet, dass die Zahl der Stifter in Altena im Verhältnis höher sei als in den anderen Kommunen des Sparkassen-Zweckverbandes. Es gebe durchaus auch Menschen, die mehrere Stiftungen gründen würden.

Manchmal würden damit beispielsweise persönliche, schicksalhafte Erlebnisse verarbeitet, indem beispielsweise Stiftungen zur Unterstützung von Hospizen oder Selbsthilfegruppen gegründet werden.

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