Die alte Dame ist noch fit

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Kai Hagen (links) und Marketingleiter Tomislav Majic blickten auf das Sparkassenjubiläum zurück.

Altena - 175 Jahre alt wurde im vergangenen Jahr die Vereinigte Sparkasse und schrieb auch im Jubiläumsjahr gute Zahlen: Die Bilanzsumme kletterte auf knapp 1,7 Milliarden Euro, den Bilanzgewinn gab Vorstandssprecher Kai Hagen am Freitag mit 5,2 Mio. Euro an. Besonders wichtig: Dem Eigenkapital wurden 9,4 Mio. Euro zugeführt. Davon sind 7,2 Mio. Euro auf regulatorische Vorgaben zurückzuführen, die allen Geldinstituten aufs Auge gedrückt wurden.

Immer strengere Auflagen und die Nullzinspolitik machen der Sparkasse wie allen anderen Geldinstituten zu schaffen: Wenn es um Wertpapiergeschäfte gehe, dann stiegen die Qualifizierungsanforderungen an seine Mitarbeiter seit Jahren ständig, klagte Hagen bei der Vorstellung der Jahreszahlen. Und dass die Kundeneinlagen trotz der historisch niedrigen Zinsen um 32 Mio. auf 1,13 Milliarden Euro stiegen, stößt bei ihm nicht unbedingt auf Begeisterung – die Sparkasse zahlt für Geld, das sie bei der Zentralbank deponiert. Trotzdem verzichtet das Unternehmen darauf, seinerseits Negativzinsen einzuführen. Neukunden, die plötzlich Millionen bei der Sparkasse deponieren wollen, werden aber im Moment nicht akzeptiert.

„Bürgerdividende“ nennt die Sparkasse jenes Geld, das in die kommunalen Kassen fließt. Insgesamt sind das gut 3,5 Mio. Euro. Davon entfallen etwa 680 000 Euro auf die Stadt Altena. Die Ausschüttung lag mit 199000 Euro etwas unter dem Vorjahreswert, außerdem flossen Gewerbesteuern in Höhe von rund 480 000 Euro. In allen Städten zähle die Vereinigte Sparkasse zu den Top-Gewerbesteuerzahlern, berichtete Hagen stolz und führte auch aus, dass sich die gute Geschäftslage positiv auf die etwa 330 Mitarbeiter auswirke. Denen steht eine erfolgsabhängige Sparkassensonderzahlung zu, die im Lennetal höher ausfällt als bei vielen anderen Sparkassen.

Herausragend ist vor allem das Kreditgeschäft: Das gesamte Kreditvolumen habe Ende 2017 bei 1,388 Milliarden gelegen. Das seien 3,7 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, seit 2010 – dem Ende der Wirtschaftskrise – habe der Zuwachs mehr als 70 Prozent betragen. Über zwei Drittel der Kredite seien in die Wirtschaft geflossen, schätzt Hagen.

Das 175-jährige Jubiläum sei 2017 angemessen gefeiert worden, meint der Vorstandssprecher und erinnert nicht nur an den Tag der offenen Tür und an den Festakt für geladene Gäste. Die Sparkasse habe darüber hinaus auch die Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum gefördert und in verstärkten Maße an Vereine und Institutionen wie zum Beispiel den Kulturring gespendet.

Unterm Strich also ein Ergebnis, das in der Wochenmitte auch die Mitglieder des Verwaltungsrates rundum zufrieden stellte. Er gab grünes Licht für den Jahresabschluss. Hagen ist guter Dinge, dass sich das Unternehmen auch zukünftig gut am Markt behaupten wird: „Die alte Dame ist nicht müde“, scherzte er bei der Präsentation der Zahlen.

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