Freunde der Burg hören gespannt zu

Vortrag zur Geschichte des Weyhe-Parks am Burgberg - und Hoffnung auf Fördergelder

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Der Aussichtspunkt, Loreley genannt, gehört zu den Elementen des Weyhe-Parks.  

Altena – Zur Burg Altena gehört seit dem 19. Jahrhundert auch ihr Park. Gartenarchitektin Alexandra Weber, Mitarbeiterin der Unteren Naturschutz- und Landschaftsbehörde des Märkischen Kreises, erzählte den versammelten Mitgliedern der Freunde der Burg die Geschichte des von Maximilian Friedrich Weyhe entworfenen Gartens.

Die Herausforderungen der Topographie des steilen Burgbergs legten die Anlage eines eher wilden Englischen Gartens nahe: „Weyhe hat keine barocke Parkanlage geschaffen, weil die da gar nicht hingehört hätte.“ 

Bei seiner Gestaltung habe er das Besondere dieses Ortes hervorgehoben und immer wieder Bezüge zu der umgebenden Landschaft hergestellt. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts hatte die strategische Bedeutung der Burg die Gestaltung ihrer Umgebung bestimmt: „Der Berg war kahl, um feindliche Aktivitäten rechtzeitig zu erkennen.“ Den Auftrag für die Anlage des Parks gab der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. im Jahr 1843.

Promenadenwege, Mauern und Baumgruppen

Der von ihm beauftragte Landschaftsgestalter Maximilian Friedrich Weyhe wurde 1775 in Bonn in eine Familie von Gärtnern hineingeboren. Mit 14 Jahren begann er seine Lehrer bei dem ebenfalls bekannten Landschaftsgestalter Peter Josef Lenné - dem Älteren. Ab 1804 war Weyhe Hofgärtner in Düsseldorf, ab 1833 königlicher Gartendirektor. Im Stil des Englischen Landschaftsgartens verwirklichte er mehr als 100 Gärten und Parks an Schlössern, Burgen, Herrenhäusern und Unternehmervillen. Rund um die Burg Altena ließ Weyhe Promenadenwege und Mauern anlegen und Baumgruppen pflanzen.

Nicht immer wählte der Düsseldorfer dabei die für das Sauerland geeigneten Gehölze: „Das ist auch manches wieder eingegangen.“ Von der ursprünglichen Bepflanzung sei kaum noch etwas übrig, bedauerte Alexandra Weber. 

Fördergelder aus Programm „Heimatzeugnis“ beantragen

Maximilian Weyhe selbst erlebte die Fertigstellung des von ihm geplanten Parks nicht mehr, weil er schon 1846 starb. Sein Sohn setzte die Arbeiten fort. Schon im 19. Jahrhundert habe es am nötigen Geld gefehlt, erklärte die Landschaftsarchitektin: „Es gab viele Ideen, aber es fehlte die finanzielle Durchschlagskraft, um das durchzusetzen.“ Alexandra Weber kam mit ihrem ersten Auftrag 1997 zur Burg, „und seitdem hat sie mich nicht mehr losgelassen“. Damals sollte sie ein Gutachten zur historischen Parkanlage erstellen.

Nach ersten Sicherungsarbeiten für besonders mutige Landschaftsgärtner sei nun der Zeitpunkt für den nächsten Schritt gekommen: „Wir können es noch mal wagen, Fördermittel zu beantragen. Dabei geht es nicht um eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes, weil eine sichtbehindernde Bepflanzung des Berges weder gewünscht, noch leicht zu verwirklichen wäre. Sollte Geld aus dem Förderprogramm „Heimatzeugnis“ des Landes NRW fließen, sollen damit weitere Treppen und Geländer saniert und die Pflege gesichert werden, damit der Park nicht erneut zuwuchert.

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