Was wird aus der Rahmede?

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Die ehemalige Bäckerei Gottlieb an der Rahmedestraße 317. Sie war einst ein Teil der Grundversorgung. ▪

ALTENA ▪ Längst überfällig sei eine Einwohnerversammlung für die Rahmede, grollte unlängst erst deren ehemaliger Ortsvorsteher Werner Thiele mit Hinweis auf die vielen Probleme des Stadtteils. Jetzt gibt’s immerhin eine öffentliche Fraktionssitzung: Die SPD lädt alle Rahmeder Bürger für den 18. April ins Restaurant Zagreb ein.

„Hat die Rahmede noch eine Zukunft?“ schreibt die SPD-Fraktionsvorsitzende Irmgard Ibrom in ihrer Einladung und stellt die Frage, ob die Bürger noch gerne in dem Stadtteil leben und ob es gelingen kann, Neubürger für die Rahmede zu begeistern.

Hintergrund ist natürlich die wegbrechende Infrastruktur. Der unlängst erfolgte Verkauf der Turnhalle zum Hohle war nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Vorher schon ging allen Protesten zum Trotze der Aldi, der Jugendtreff konnte sich auch wegen ausbleibender finanzieller Unterstützung der Stadt nicht halten, eine Bäckerei schloss ebenso ihre Pforten wie der Kiosk an der Bushaltestelle in Mühlenrahmede. Das Hotel Fuelbecker Talsperre steht seit vielen Jahren leer, auch andere Gaststätten mussten ihre Pforten schließen.

Und es stehen weitere Einschnitte bevor: Die katholische Kirchengemeinde will ihre Immobilien am Paulusweg verkaufen, damit steht auch das vom Bürger- und Heimatverein betriebene Bürgerhaus auf wackeligen Füßen – dabei ist es inzwischen zu einer Art Zentrum der Rahmede geworden. Außerdem droht das Aus der Hauptschule: Viele Rahmeder haben kein Verständnis für den Ratsbeschluss, die oberen Klassen der Sekundarschule in der Realschule unterzubringen und das in den letzten Jahren aufwändig renovierte Hauptschulgebäude zu verkaufen.

Kommt es dazu, dann verlieren gleich drei Vereine ihre Basis. Die Turnhalle wird sowohl vom Rahmeder Turnverein als auch vom TuS Mühlenrahmede genutzt, die VHS Rahmede hält dort ebenfalls ihre Kurse ab.

Die SPD hat deshalb Vertreter dieser drei Vereine zu ihrer Sitzung eingeladen, freut sich darüber hinaus aber auch über jeden anderen Bürger, der sich an der Diskussion beteiligen möchte. Die öffentliche Fraktionssitzung beginnt am Donnerstag, 18. April, um 18.30 Uhr im Restaurant Zagreb, Rahmedestraße 318. ▪ Von Thomas Bender

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