Sorge um Schneeschmelze wegen Hochwasser

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Die Baubetriebshof-Mitarbeiter Kai Wisgalle (l.) und Frank Koppenstein brachten gestern Plastikfolie über den runden Kanaleinläufen entlang der Lenneuferpromenade ein. Das dichtet wirksam ab und hilft gegen Hochwasser.

ALTENA - Das vorher gesagte Tauwetter mit Tagesmaximalwerten von 11 Grad Celsius und kräftigem Regen soll ab Freitag auch in Altena den Tag bestimmen. Damit verbunden ist die Angst, dass die Lenne wieder über ihre Ufer tritt. Entsprechend vorsichtig reagieren Stadtverwaltung und Baubetriebshof. Sie bereiten sich auf die kommenden Wassermassen aus ergiebigem Regen und dem abtauendem Schnee vor.

„Es ist richtig, dass wir unsere Lastwagen schon mit den entsprechenden Warnschildern bestücken“, sagte auf Anfrage Baubetriebshof-Chef Volker Richter. Und die orangefarbenen Autos werden auch schon mit den hölzernen Bohlen beladen, die im Falle eines Hochwassers die Innenstadt vor einer Überflutung schützen sollen.

Bereits gestern morgen waren Kai Wisgalle und sein Kollege Frank Koppenstein damit beschäftigt, alle 55 runden Kanaleinläufe ab Gelände Stadtwerke bis hin zur Polizeistation an der oberen Lenneuferpromenade mit blauen Plastikfolien aus Müllsäcken abzudichten.

Plastikfolien

„Das kenne ich, seit ich hier tätig bin, und das sind immerhin 23 Jahre“, sagte Richter. Das einfache Prinzip, Müllsäcke aufzutrennen und dann damit die Kanalschächte abzudichten, habe sich einfach bewährt. „Es führt dazu, dass kein oder kaum Oberflächenwasser mehr in den Kanal läuft, was zweifelsohne die direkten Anwohner vor Hochwasser in ihren Kellern schützt.“ Denn nach seiner Kenntnis hätten nur die wenigsten Haushalte so genannte Rückschlagventile. „Und dann würden in Kellern und Waschküchen entlang der Innenstadt schnell solche Wasserstandshöhen erreicht, wie auf der Lenneuferpromenade“, sagt der Baubetriebshof-Chef. Das Ordnungsamt, so Bereichsleiter Klaus-Peter Trappe, habe zudem geregelt, dass alle Kanaleinläufe von den sich noch dort befindenden Schneemassen frei geräumt werden. „Dann kann es zum Beispiel in der Rahmede oder entlang der B 236 nicht zu Überflutungen kommen.“

Hochwasserwarndienst

Der Hochwasserwarndienst der Bezirksregierung Arnsberg gab gestern fortlaufend Unwetterwarnungen für das erwartete Tauwetter heraus. „Auf Grund teils hoher Schneelagen und durchfrosteter Böden (Versiegelung) besteht ab Freitag grundsätzlich die Gefahr eines sich schnell entwickelnden Hochwassers. Die Bezirksregierung rät allen Gemeinden im Einzugsgebiet von „Volme, Lenne und Ruhr rechtzeitige Vorbereitungen zur Hochwasserabwehr zu treffen.“ – Altena hat als flut- erprobte Stadt ihre Schularbeiten schon gemacht.

vonJohannes Bonnekoh

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