Authentische Erlebnisse mit der Ritterschaft

Sonntagsangebote beleben die Burg

Schein oder Wirklichkeit? Zauberer Abraxo unterhielt mit Seil-Tricks und einer echten Schlange – streicheln war erlaubt. Foto: Hornemann

Altena - „Tänzchen gefällig?” fragt die Ritterschaft der Wolfskuhle die Burgbesucher an der Freilichtbühne. Die Kinder trauen sich als erste. Der bretonische Kreistanz ist schnell erlernt und die Gäste lachen um die Wette. So hat es sich Museumspädagogin Bernadette Lange gewünscht: ,,So etwas wollen wir den ganzen Sommer über erleben mit unseren Sonntagsangeboten!”

Die Ritterschaft könnte mit ihrer Sammlung fast ein eigenes Museum eröffnen: Historische Waffen, Rüstungen, Kochgeschirr und eine eigene Wollfärberei ergänzen die Exponate im Burgmuseum. Haben die Kinder noch gerade in der Theorie erfahren, wie schwer so ein Kettenhemd ist, stülpen die Edelmänner ihnen nun auf dem Burghof eins über. ,,Wir holen das Publikum da ab, wo es gerade ist”, erklärt Vorsitzender Olaf Vohmann.

Kernepoche der kulturhistorischen Interessengemeinschaft ist das Jahr 1288. Dahin kann die Ritterschaft ihr Publikum ganz flugs entführen, wenn sie die Leute an die Hand nimmt, um ihnen Tanzschritte zu zeigen, zum Bogenschießen einlädt oder an die Kochstelle am offenen Feuer führt, wo gerade ein leckerer Eintopf gart.

Weil die Ritterschaft sich wöchentlich in ihrem Asterix-Dorf trifft und das Mittelalter authentisch erlebt, fällt den Mitgliedern der Wandel zwischen den Epochen nicht schwer. ,,Dem Publikum macht das Spaß, der Ritterschaft und uns natürlich auch”, erklärt Bernadette Lange, die an diesem Sonntag auch Professor Abraxo auf dem Burghof begrüßt. Der zerschneidet ein Seil, knotet es zusammen und lässt den Knoten anschließend wandern. Weil die Kinder ihm trotzdem nicht glauben, dass das Seil nun wieder ganz ist, packt er es in ein Samtsäckchen und zieht ein Seil heraus, bei dem definitiv keine Schere angesetzt wurde: Professor Abraxo hat eine weiße Erdnatter hervorgezaubert. Die erträgt es auch geduldig, dass die Kinder sie anschließend mal streicheln möchten. Als Nordamerikanerin ist sie auch ans Klima im Burghof gewöhnt.

Der Professor und die Ritterschaft haben den Auftakt gebildet zum Sommerprogramm auf Burg Altena, das den Museumsbesuch kostenlos ergänzt mit thematisch passenden Attraktionen. Etwa 1000 Besucher registrierte der Kreis, 100 davon nahmen an den parallel angebotenen offenen Führungen teil.

Am 20. Juli kommt Falkner Pierre Schmidt mit seinem Team und beeindruckenden Greifvögeln, die mit ihren imposanten Schwingen ordentlich Wind machen zwischen den Burgmauern. Extra-Eintritt ist für die Teilnahme an den Sonderprogrammpunkten nicht zu entrichten.

von Ina Hornemann

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