Betreuung in den Ferien für Eltern oft ein Problem

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Gestern wurden im Rahmen des Mühlendorf-Osterferienprogramms T-Shirts bunt bemalt. ▪

ALTENA ▪ Finn und Ole machen Urlaub an der See – da wohnen die Großeltern, die wieder einmal für die Betreuung der Zwillinge herhalten müssen. „Ich wüsste sonst nicht, wie das gehen sollte“, sagt Judith Becker, die wie ihr Ehemann berufstätig ist. Mit ihrem Problem stehe sie nicht allein, weiß die Evingserin aus zahlreichen Gesprächen mit anderen Eltern von Grundschulkindern.

Insel der Seligen ist gewissermaßen das Mühlendorf. Dort steht Altenas einzige Grundschule mit offenem Ganztag. Nur diese Betreuungsform garantiert, dass Grundschulkinder auch während nicht nur beaufsichtigt, sondern auch sinnvoll beschäftigt werden. Alle anderen Grundschulen sind zwar „verlässlich“ und garantieren eine Betreung von 8 bis 13 Uhr – aber nur während der Schulzeit. In den Ferien – und damit immerhin in zwölf Wochen pro Jahr – schauen die Eltern dort in die Röhre.

„Familienfreundliche Kommune“ will Altena gerne sein – „da steht dieses Thema schon auf der Agenada“, räumt Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein ein, ohne allerdings eine Lösung anbieten zu können. Er erinnert an die Kindergärten und daran, dass es der Stadt im Zusammenspiel mit den Trägern wenigstens dort gelungen sei, während der Ferienzeiten eine lückenlose Betreuung sicherzustellen. Es gibt einen Ferienplan, nie haben alle Kindergärten gleichzeitig geschlossen. Außerdem ist vereinbart, dass Kinder während der Schließungszeiten ihres Kindergartens einen anderen besuchen können.

Im Grundschulbereich ist das nicht möglich, die Ferien legt schließlich das Land und nicht die Stadt fest. Eine Alternative wäre es, wenn die Jugendpflege in den Ferien ein Betreuungsangebot auf die Beine stellen könnte. In Werdohl ist das schon lange üblich, der Zulauf ist erheblich: 90 Kinder werden dort während der Oserferien betreut.

„Das können wir nicht bewältigen“, bremst Hollstein entsprechende Erwartungen Altenaer Eltern und verweist darauf, dass solche Aktionen mit erheblichen Kosten verbunden sind. Deshalb müsse sich die Stadt darauf beschränken, während der Sommerferien ein zweiwöchiges Betreuungsangebot zu machen. 30 Kinder im Alter von sechs bis 12 Jahren können vom 22. Juli bis zum 2. August noch „Ferienabenteuer auf dem Nettenscheid“ erleben. Einige Restplätze sind noch frei, Anmeldung und nähere Information im Jugendamt, Tel. 02352/209238). Auch die evangelische Kirchengemeinde Altena und die evangelisch-freikirchliche Gemeinden in Dahle und in Evingsen bieten im Sommer ganztägige Ferienspiele an.

Ein darüber hinaus gehendes Angebot sei nur dann denkbar, wenn es für die Stadt mit keinem finanziellen Mehraufwand verbunden sei, bedauert Hollstein – ob Eltern allerdings bereit seien, für eine Betreuung richtig tief in die Tasche zu greifen, wisse er nicht.

Bevorzugt wird dann wohl eher das kostengünstigere Oma-Projekt a la Finn und Ole. „Das genießen ja auch beide Seiten, die Jungs ebenso wie ihre Großeltern“, berichtet Judith Becker. Allerdings: Diese Möglichkeit hat heutzutage längst nicht jeder, schon deshalb nciht, weil viele Opas und Omas selber noch im Beruf stehen. ▪ ben.-

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