Verliebt in Altena – wie einst der Papa

Ulla Klüppel (r.) mit ihren Besuchern Tanja und Sasha Listwanowitsch am Dahler Dorfbrunnen. Foto: Hornemann

Altena -  Tanja Listwanowitsch und ihr Sohn Sasha haben ein besonderes Ausweichquartier gefunden: Während das Haus der Familie im weißrussischen Brest ausgebaut wird, gewährt Ulla Klüppel Mutter und Sohn „Asyl“ in Dahle.

Beide Familien haben eine besondere Beziehung: Tanja Listwanowitschs Ehemann war das erste Pinsker Kind, das 1990 einen Ferienaufenthalt in Altena genießen durfte.

Sasha Senior war damals als Pfadfinder nach Altena gekommen. Seine Gastfamilie zeigte ihm so viele schöne Sachen in der Umgebung und beherbergte ihn so liebevoll, dass Sasha in einem Brief an Ulla Klüppel die Idee zu einer Ferienfreizeit formulierte. Sasha Listwanowitsch war damit die treibende Kraft für die jährliche Ferienaktion, die von Ulla Klüppel 1995 ins Leben gerufen wurde. Viele Kinder sind seither Sashas Vorbild gefolgt und haben Deutsch gelernt, um mit ihren Gastfamilien in Kontakt bleiben zu können.

Eines Tages verkündete er ihr in einem Brief, die Frau fürs Leben gefunden zu haben. Das war Tanja, die wie er in Pinsk aufwuchs und einst mit ihm zur Ehrung hervorragender Schüler ins Pinsker Rathaus eingeladen worden war. „Wir sind erst lange Freunde gewesen. Dann haben wir uns verliebt, als wir beide mit dem Zug zum Studium nach Brest gefahren sind“, berichtet Tanja Listwanowitsch. Zur Hochzeit wurde natürlich auch „Mama Klüppel“ mit ihrem Mann Arnold eingeladen. Das Dahler Paar schenkte den Brautleuten eine Hochzeitsreise nach Deutschland. Seither ist auch Tanja wie eine Tochter für Ulla Klüppel. Und Sasha junior, heute elf, darf sich in Dahle auch zuhause fühlen.

„Er ist heute in dem Alter, in dem sein Vater war, als er zum ersten Mal nach Altena kam“, berichtet Ulla Klüppel. In die Burgstadt ist er nicht minder verliebt.

Sein Vater hält aktuell in Brest die Stellung, wo er mit Tanja geblieben ist, um nach dem Studium beruflich Fuß zu fassen. Während der Sanierung des Eigenheims schläft er im Auto. „Dagegen haben wir’s zurzeit richtig gut“, erklärt Tanja Listwanowitsch schmunzelnd.

Obwohl die Großstadt, die 180 Kilometer von Pinsk entfernt liegt, über eine enorme Infrastruktur verfügt, sind die Listwanowitschs vom Dahler Freibad beeindruckt. „Das kennen wir in der Heimat nicht. Da gibt’s nur Hallenbäder...“ - Ina Hornemann

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