Ab sofort kostet Rosmart richtig Geld

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Weites Land im Gewerbepark – statt neuer Betriebe schießen bei Rosmart Disteln aus der Erde. Die drei beteiligten Kommunen müssen dieses Jahr erstmals Geld dazutun.

ALTENA - Zehn Jahre lang sind die an der Rosmart-GmbH beteiligten Kommunen mit einem blauen Auge davon gekommen – jetzt wird‘s aber ernst. Wenn nicht noch in letzter Sekunde ein Grundstück verkauft wird, braucht die GmbH 2011 erstmals die finanzielle Unterstützung der Städte Altena, Lüdenscheid und Werdohl.

Bei der Gründung der Gewerbepark Rosmart GmbH haben sich die drei Kommunen als Anteilseigner in so genannten Patronatserklärungen dazu verpflichtet, im Falle eines drohenden Konkurses Geld zuzuschießen. Das war Voraussetzung dafür, dass die zum Kauf der Grundstücke nötigen Kredite überhaupt aufgenommen werden konnten.

Bisher konnte der Gewerbepark sich aus eigener Kraft finanzieren, allerdings zum Preis immer höher werdender Schulden. Die Bilanz für 2009 weist Verbindlichkeiten in Höhe von gut 19 Mio. Euro aus, 2010 dürfe die Grenze von 20 Mio. Euro überschritten worden sein. Diese Jahresrechnung ist aber bisher noch nicht veröffentlicht.

Schon im vergangenen Jahr hatten sich die Kämmerer der beteiligten Kommunen darauf eingestellt, erstmals für Rosmart zahlen zu müssen. Altenas Kämmerer hatte dazu 655 000 Euro eingeplant. Weil der Burgstadt etwa die Hälfte der Anteile gehören und sich Werdohl und Lüdenscheid den Rest teilen, wären deren Belastungen entsprechend geringer ausgefallen.

Dass es dann im vergangenen Jahr doch noch einmal gut ging, lag am Verkauf eines 9000 Quadratmeter großen Grundstücks an die Halveraner Firma Mekon. Derlei zeichne sich im Moment für das laufende Jahr nicht ab, sagte gestern Dr. Andreas Hollstein. Die GmbH-Geschäftsführer hätten deshalb für 2011 einen Bedarf von 1,5 Mio. Euro angemeldet. „Der wird aber in dieser Höhe nicht in Anspruch genommen“, versprach der Bürgermeister gestern. Er gehe davon aus, dass der tatsächlich benötigte Betrag bei etwa 50 Prozent dieser Summe liege.

Trotz der offensichtlichen Schwierigkeiten bei der Vermarktung der Grundstücke verteidigt Hollstein die Millionen-Investition: Es habe für alle drei Städte keine Alternative zur Ausweisung der Fläche gegeben. Er sieht auch keinen Grund zur Änderung der bisherigen Geschäftspolitik: Weder würden die Flächen unter Wert „verramscht“, noch würden Baumärkte oder andere, unerwünschte Nutzungen zugelassen. In zehn Jahren werde sich zeigen, dass dieser Kurs richtig sei, verspricht der Aufsichtsratsvorsitzende.

von Thomas Bender

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