Pflege in NRW am teuersten

So teuer ist die Pflege in Altena und Nachrodt

Pflege
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Für die Pflege im Heim sind die Kosten sehr unterschiedlich hoch.

Für die Pflege müssen Menschen in NRW mehr ausgeben als in anderen Bundesländern. Und wie teuer ist die Betreuung in den Heimen in Altena und Nachrodt? Es gibt Unterschiede.

Altena/Nachrodt – „Pflege in NRW am teuersten“: Über diese Schlagzeile wird aktuell viel diskutiert. Grund genug also, mal auf die Kosten der Pflegeheime in Altena und Nachrodt zu schauen. Ein direkter Vergleich mit der für NRW genannten Zahl (2460 Euro Eigenanteil pro Monat) ist allerdings nicht möglich, weil das vom jeweiligen Pflegegrad abhängt.

Unser Vergleich geht von einer Unterbringung im Einzelzimmer und von Pflegegrad drei aus. Den sollte jeder Pflegebedürftige erhalten, der unter einer „schweren Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ leidet.

Ein Träger, verschiedene Preise

Pflegebedürftigen Menschen stehen in Altena und Nachrodt das Ellen-Scheuner-Haus und das Pertheshaus sowie der Nachrodter Hof zur Verfügung. Wer mit Pflegegrad drei im privat betriebenen Nachrodter Hof betreut wird, zahlt einen monatlichen Eigenanteil in Höhe von 2253,33 Euro. Im Ellen-Scheuner-Haus des Pertheswerkes kostet diese Leistung 2555,71 Euro und das zum gleichen Träger gehörende Pertheshaus in Nachrodt nimmt sogar 2924,10 Euro. Es handelt sich um die modernste dieser drei Einrichtungen.

Die tatsächlichen Kosten sind aber noch erheblich höher: Neben dem Eigenanteil fließt auch noch das von der Pflegekasse zu zahlende Pflegegeld an die Heime. Bei Pflegegrad drei sind das bei stationärer Unterbringung 1262 Euro.

Irrglaube: Hoher Pflegegrad, hohe Kosten

Es ist übrigens nicht so, dass ein hoher Pflegegrad für die Bewohner höhere Kosten verursacht. Im Gegenteil: Wer Pflegegrad eins hat („Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“), zahlt immer mehr als Bewohner mit höheren Pflegegraden. 3192 Euro sind es im Pertheshaus, das für solche Bewohner noch 125 Euro von der Pflegekasse erhält.

Eine Sonderrolle spielt in Altena das Kohlberghaus, in dem psychisch kranke Menschen wohnen. Bei den Pflegegraden zwei bis fünf beträgt dort der Eigenanteil 2703,15 Euro.

Wer gepflegt wird, muss den Eigenanteil aus seiner Rente und aus vorhandenem Vermögen bestreiten. Wenn er das nicht kann, springt die Sozialhilfe ein. Kinder müssen erst bei einem Bruttojahreseinkommen von über 100 000 Euro sogenannten Elternunterhalt zahlen.

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