Smartphones im Straßenverkehr

Smartphone am Steuer bedeutet höhere Strafen

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Die Strafen für die Nutzung von Smartphones am Steuer wurden erhöht.

Altena - Smartphone am Steuer: Das kann teuer werden. Am 19. Oktober traten Änderungen der Straßenverkehrsordnung in Kraft, die unter anderem die Benutzung von Geräten wie Smartphones, Tablets oder auch Laptops stärker ahndet. Doch wie soll die polizeiliche Verfolgung funktionieren?

„Polizisten beobachten den Straßenverkehr immer sehr aufmerksam“, sagt Polizeihauptkommissar Detlef Treck. 

Manche Beamte würden sich zum Beispiel an bestimmten Stellen positionieren, von denen aus sie einen guten Einblick in den Innenraum der fahrenden Autos haben und so gut erkennen können, ob ein Fahrer ein Smartphone bedient. Fällt ein solcher Fahrer auf, fährt der Beamte hinterher und stellt eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. 

Dies sei aber nicht erst seit der Änderung des Gesetzestextes so. Bei der Polizei in Altena habe sich seit der Anhebung der Strafgelder in der Arbeitsweise nichts geändert. „Auch im Verhalten der Autofahrer kann man in so kurzer Zeit noch keine Veränderung feststellen“, sagt Treck. Laut Studien wie der des Virginia Tech Transportation Institute im US-amerikanischen Blacksburg ist mittlerweile die Nutzung von Smartphones und anderen Kommunikationsgeräten die häufigste Unfallursache. 

Die Nutzung von Smartphones steigert das Unfallrisiko stark

Demnach steigere allein der Griff nach dem Smartphone das Unfallrisiko um das Fünffache, das Lesen und Schreiben von Nachrichten gar um das Zehnfache. Auch Treck sieht die Nutzung von Smartphones während der Fahrt als steigende Gefahr: „Viele Unfälle könnten verhindert werden.“ Smartphones seien nicht mehr nur Handys, sondern können auch Bilder und Videos empfangen. Der Reiz, sich das bereits während der Fahrt anzuschauen, sei groß. 

Um dieser wachsenden Gefahr Einhalt zu gebieten, wurden die Strafen angehoben. So muss der Verkehrssünder nun 100 Euro zahlen, wird er bei der Bedienung eines Smartphones erwischt. Entsteht dabei eine Gefährdung des Straßenverkehrs, sind 150 Euro fällig – zusätzlich gibt es einen Monat Fahrverbot. 

Nach Unfällen können Smartphones als Beweismittel sichergestellt werden

Verursacht die Nutzung des Geräts Sachschaden, müssen 200 Euro gezahlt werden. Auch dann ist der Führerschein für einen Monat weg. Es geht bei den Vergehen hauptsächlich um das Aufnehmen, Halten und Bedienen eines Smartphones. Am Armaturenbrett befestigte Navigationsgeräte oder Berührungsbildschirme dürfen benutzt werden, wenn der ihnen zugewandte Blick kurz und den Wetter-, Straßen- und Verkehrsverhältnissen angepasst ist. 

Ist ein Unfall geschehen, kann das Smartphone als Beweismittel sichergestellt werden. „Als Beweismittel kann es den Besitzer be-, aber auch entlasten“, sagt Treck. Liege nach einem Unfall zum Beispiel ein Smartphone im Fußraum, werde es zur Beweissicherung herangezogen. Auch bei Gefahr im Verzug kann das Gerät sichergestellt werden, wenn nötig auch mit richterlichem Beschluss.

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