Knorrige Gestalten für den neuen Naturlehrpfad

Waldschrat, Eule, Richard Schirrmann: Karl-Heinz Tacke (M.) arbeitet gut mit Holzbildhauer Bernhard Gruhn zusammen. Foto: Bonnekoh

Altena -  Die Schutzbrille sitzt, der Helm ist festgeschnallt. Ein, zwei, drei Mal kräftig gezogen und die Motorsäge „singt“. Das Gerät hat ein ausgesprochen kleines Schwert. „Das reicht vollkommen aus für meine Tätigkeit“, sagt Bernhard Gruhn und lächelt.

Während er das Werkzeug mit einer Leichtigkeit in den Händen hält, die erstaunt, „heult“ die Säge plötzlich auf. Gruhn wirkt ausgesprochen konzentriert, als er die rotierende Kette mit sicherer Hand in das Holz einer gut abgelagerten Eiche führt. „Das wird ein Bart“, sagt er und die kleinen Holzspäne fliegen nur so umher.

Der 72-Jährige aus Sundern arbeitet seit „fast drei Wochen“ an mannshohen Skulpturen und Tierdarstellungen. „Hier“, sehen Sie“, sagt er und klopft abwechselnd auf zwei mächtige Stämme von je rund drei Meter Höhe und mehr als 80 Zentimeter Umfang. „Darf ich vorstellen: Das ist Graf Engelbert von der Mark und daneben, na...?“ - Ja, das ist unverkennbar Richard Schirrmann.

Beide Skulpturen, aber auch einen Waldschrat und Tiere, hat Gruhn im Auftrag von Karl-Heinz Tacke auf seinem Hof in Nachrodt mit der Motorsäge „geschnitzt“ und anschließend mit dem Werkzeug eines Holzbildhauers weiter bearbeitet. „Die Figuren stehen auf dem neuen Geschichts- und Naturlehrpfad des SGV Altena“, sagt Tacke (AK berichtete). Der Rundweg wird zum runden Geburtstag der Jugendherbergsbewegung (29. Juni) gegenüber der Burg und damit der ersten Jugendherberge fertig gestellt sein.

„An der Wulfsegge wohnt aber bereits mit Inbetriebnahme des Event-Aufzuges wieder ein Ritter“, schmunzelt Tacke und zeigt auf Engelbert. Der wird gegenüber des Friedrichtores aufgestellt.

Fachlich versiert erklärt der Landwirt, wie alles einmal befestigt wird – möglichst vandalensicher natürlich. Und er zeigt voller Stolz schon einmal eine Auswahl von Schau- und Lehrtafeln. Die berichten in deutscher und englischer Sprache über die Geschichte der Burg, die Jugendherberge, die Stadtgründung, die Schützen der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft und werden durch Lernort-Natur-Schautafeln abgerundet.

Bernhard Gruhn hat derweil längst seine Säge ab- und zur Seite gestellt. Es ist plötzlich wieder still vor der großen Scheune auf dem Hof Tacke. „Jetzt geht’s an die Feinarbeit“, sagt der Sunderner und greift zum Schnitzeisen. Auch das gräbt sich ins Holz. Zentimeter für Zentimeter. „Man hört es aber kaum und Brille und Helm benötige ich auch nicht.“ Fertig mit seiner Arbeit wird Bernhard Gruhn in der 14. Kalender-Woche.

von Johannes Bonnekoh

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