Mindestgebot bei Auktion 48.000 Euro

Sirius-Gebäude erneut unterm Hammer

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Das Archivbild zeigt die imposante Größe des Komplexes. Der linke Teil ist erst knapp 30 Jahre alt. Er wurde gebaut, als die Therapieeinrichtung Sirius das Gebäude übernahm.

Altena - Sirius kommt wieder unter den Hammer: Das leerstehende Gebäude am Linscheider Bach wird am 16. Juni bei einer Auktion der „Westdeutsche Grundstücksauktion AG“ in Köln versteigert. Das Mindestgebot liegt bei 48 000 Euro.

Fast 3500 Quadratmeter Grundstück, 2000 Quadratmeter Nutzfläche auf vier Etagen, 31 Zimmer, jede Menge Nebenräume: Das sind die imposanten Daten des Objektes. Die Schattenseiten werden im Auktionskatalog aber ebenfalls genannt: „Keine funktionsfähigen Heizungs- und Sanitäranlagen vorhanden“ und „Das Objekt ist seit 2007 ungenutzt und sehr durch Vandalismusschäden geprägt“. Sein Zustand wird als „allumfassend sanierungsbedürftig“ beschrieben.

Derzeitiger Eigentümer der Immobilie ist ein Handwerker aus Oberhausen, der das marode Gebäude 2014 für einen Betrag von unter 5000 Euro aus der Insolvenszmasse des Vorbesitzers Sirius erworben hat. Was genau er damit vorhatte, wurde nie richtig bekannt: Mal war von Betreutem Wohnen die Rede und mal von einer Nutzung zu Wohnzwecken.

Egal wie: Eine neue Baugenehmigung müsse der Besitzer auf jeden Fall beantragen, erklärte damals Roland Balkenhol vom Bauamt. Auf den machte der Käufer im übrigen einen seriösen Eindruck. Er sei Handwerker, der das Objekt mit seinen eigenen Mitarbeitern entwickeln wolle, sagte Balkenhol damals. Passiert ist seit dem Kauf allerdings so gut wie gar nichts. Der neue Eigentümer ließ lediglich einige Bäume fällen.

Das Gebäude ist seit Jahren schlecht gesichert. Deshalb gibt es erhebliche Vandalismusschäden.

Das Objekt gegenüber des ehemaligen Linscheidbades hat eine wechselvolle Geschichte. Es wurde im Kern 1957 als Jugendherberge errichtet und später noch erweitert. In den 80er Jahren schloss das Jugendherbergswerk die Einrichtung und begann, nach einem Käufer zu suchen. Der wurde mit dem Verein Sirius gefunden. Er plante, in dem Gebäude eine Therapieeinrichtung für Drogenabhängige zu errichten und ließ es dafür Anfang der 90er Jahre aufwändig umbauen.

Bis zu 40 Klienten konnten in der Einrichtung aufgenommen werden. Es handelte sich um Männer und Frauen, die den körperlichen Entzug schon hinter sich hatten und in Altena auf die Rückkehr in einen drogenfreien Alltag vorbereitet werden sollte. Dazu mietete Sirius an der Hagener Straße auch Werkstätten an. Die Geschäftsführung bemühte sich sehr, von der Stadt und ihren Bürgern akzeptiert zu werden, was trotz einigen spektakulären Vorfällen in der Einrichtung auch gelang.

Das Aus der Einrichtung wurde 2006 durch einen Massenrückfall von Klienten eingeläutet. Daraufhin zog die Rentenversicherung als Kostenträger sämtliche Patienten ab. Jetzt stellte sich heraus, dass Sirius schon vorher massive finanzielle Probleme hatte. Nachdem nun auch der Kostenträger nicht mehr zahlte, war es nur eine Frage der Zeit, bis der Verein Insolvenz anmelden musste. Später musste sich der ehemalige Geschäftsführer Wilhelm D. wegen Untreue vor Gericht verantworten, dieses Verfahren verlief aber im Sande.

Die Sommerauktion der Westdeutschen Grundstücksauktionen AG findet am 16. Juni ab 11 Uhr im Hilton Cologne Hotel in Köln statt. Das Unternehmen bietet nicht zum ersten Mal ein Objekt in Altena an. Die Baugesellschaft hat bereits mehrere ihrer Häuser dort versteigern lassen. Bei der Frühjahrsauktion 2018 kamen zwei Mehrfamilienhäuser in Dahle unter den Hammer, die zusammen mehr als 400 000 Euro einbrachten.

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