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Sieben Ideen für Brückenbehelf in Altena

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Von: Volker Heyn

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Steffen Scholz, stellvertretender Niederlassungsleiter von Straßen.NRW Südwestfalen (rechts), war mit dem Projektleiter Brückenbau, Carsten Kampmann, in die Burg Holtzbrinck gekommen. Behördenleiter Ludger Siebert hatte sich abgemeldet.
Steffen Scholz, stellvertretender Niederlassungsleiter von Straßen.NRW Südwestfalen (rechts), war mit dem Projektleiter Brückenbau, Carsten Kampmann, in die Burg Holtzbrinck gekommen. Behördenleiter Ludger Siebert hatte sich abgemeldet. © HEyn

Einen hektischen Beginn nahm die Sondersitzung des Altenaer Rates Dienstagabend in der Burg Holtzbrinck – zumindest für Bürgermeister Uwe Kober (CDU) und die Medienvertreter. Die Sitzung mit Verantwortlichen von Straßen.NRW und SIHK sowie dem Lobbyverband der Speditionsbetriebe, die über die Sperrung der B236-Brücke für Lastwagen aufklären sollte, wurde anschließend in einem Pressegespräch dargestellt.

Altena – Zwar war klar, dass weder Bürger noch Unternehmer teilnehmen sollten, bis kurz vor Einlass waren aber Pressevertreter zugelassen. Bürgermeister Kober warb vorher händeringend um Verständnis, weil es in der Sitzung vielleicht Informationen gebe, die nur für die Ohren der Ratsmitglieder bestimmt seien. Es war ihm peinlich, die vorher eingeladenen Journalisten wieder hinauszubitten.

Informationen aus erster Hand gab es schließlich doch nach Ende der Ratssitzung. Steffen Scholz, Abteilungsleiter Bau und stellvertretender Niederlassungsleiter von Straßen.NRW Südwestfalen aus Hagen, der Projektleiter Brückenbau Carsten Kampmann und Projektleiterin Stephanie Schmitz beantworteten der Presse gegenüber alle Fragen, die vorher auch die Ratsvertreter gestellt hätten. Benedikt Althaus vom Verband der Verkehrswirtschaft NRW und Christoph Brünger von der SIHK seien ebenso wie die Ratsmitglieder nur Zuhörer gewesen.

Geschlossene Gesellschaft in der Burg Holtzbrinck: Nur die Ratsmitglieder hatten Zutritt zu der nicht öffentlichen Informationssitzung in der Burg Holtzbrinck, für Medienvertreter gab es anschließend ein Pressegespräch.
Geschlossene Gesellschaft in der Burg Holtzbrinck: Nur die Ratsmitglieder hatten Zutritt zu der nicht öffentlichen Informationssitzung in der Burg Holtzbrinck, für Medienvertreter gab es anschließend ein Pressegespräch. © Heyn

Größte Eile sei geboten, sagte Steffen Scholz: „Wir wissen, wie die Region leidet.“ Die Ingenieure hatten sieben leicht verschiedene, mögliche Lösungen vorgestellt, wie kurzfristig ein Behelf für die für 3,5 Tonnen gesperrte Brücke gefunden werden kann. Im Kern gebe es eigentlich nur zwei Varianten: Eine so genannte „Fly-Over-Konstruktion“, also ein Brückenüberwurf, der ohne weitere Bauwerke über die bestehende Brücke gelegt wird. Die Bundeswehr kann so etwas, es gebe aber auch Unternehmen. Erfahrungen damit habe man aber nur mit einem kurzfristigen Überwurf für einen einzelnen Transport, für einen mehrjährigen Behelfsbetrieb fehlten Erkenntnisse.

Die andere Variantengruppe ist der Bau einer Behelfsbrücke aus einzelnen Stahlelementen wie im Bereich der Lennebrücke der B 236 in Werdohl. Die Varianten bestehen darin, an welcher Stelle der Behelf aufgebaut wird. Ein Straßenbau zu beiden Seiten ist dabei allerdings nötig. Dazu gebe es noch Hybridlösungen.

Straßen.NRW hat sich ein Zeitfenster bis Ende Februar gegeben, diese theoretischen Lösungen auf eine Realisierbarkeit abzuklopfen. In den vergangenen zwei Wochen seien Scholz und das Brückenbau-Team schon mit konkreten Anfragen für technische Lösungen beschäftigt gewesen, versicherte der Bau-Abteilungsleiter. Dabei sei es auch um die Möglichkeit von Betriebsgenehmigungen für Brückenbehelfe gegangen.

Eine besondere Umweltschutzprüfung stehe nicht an, so Scholz, man befinde sich im Status der Erhaltung und wahrscheinlich im „Fall unwesentlicher Bedeutung.“ Der Mann von Straßen.NRW ließ auch im Pressegespräch keinen Zweifel daran, so schnell wie möglich eine Lösung vor allem für die heimische Wirtschaft erarbeiten zu wollen. Der Behelf muss etwa fünf Jahre halten, bis die Brücke komplett neu gebaut werden kann.

Die Delegation von Straßen.NRW übermittelte in dem einstündigen Pressegespräch am Dienstag noch eine Fülle von Detailinformationen, über die wir in der nächsten Ausgabe ausführlich berichten werden.

Das Gespräch mit den Ratsleuten habe in einem konstruktiven und sachlichen Rahmen stattgefunden, sagte Bürgermeister Uwe Kober.

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