Fahrtraining beim MSC richtet sich an Senioren

Beim Reaktionstest geht es darum, schnell genug auf die Bremse zu treten.

ALTENA -   „Zeigt uns, dass ihr fit seid!“, mit dieser Aufforderung machte der MSC Altena Werbung für das Fahrsicherheitstraining am Samstagmittag.

Das Angebot, einen Parcour in Begleitung zu durchfahren, richtete sich vornehmlich an Senioren ab 60 Jahren. Der älteste Teilnehmer war mit 80 Jahren noch sicher am Steuer unterwegs.

„Wir haben nur eine beratende Funktion“, erklärte Heinz Wagner vom MSC, „den Führerschein können wir niemandem abnehmen.“

Entstanden war die Idee des Verkehrstrainings für ältere Menschen auf Anregung von Matthias Radtke, dem früheren Leiter der Altenaer Polizeiwache, denn bekanntlich lässt die Leistungsfähigkeit am Steuer im Alter nach.

Am Pragpaul hatten die Mitglieder des MSC einen Parcour aufgebaut, in dem typische Alltagssituationen nachgestellt worden waren. Eine Parklücke und eine Parkbox oder auch eine kleine Slalomstrecke mussten von den Fahrern bewältigt werden. Doch bevor es, in Begleitung von turniersporterfahrenen Mitgliedern des Vereins in den Parcour ging, konnten die Senioren am Stand der Verkehrswacht einen Sehtest absolvieren oder beim Reaktionstest messen lassen, wie schnell sie mit dem Fuß vom Gas auf die Bremse kommen.

„Die meisten Senioren, die hier teilnehmen, sind dankbar für Tipps, die wir ihnen mit auf den Weg geben können“, berichtet Heinz Wagner. „Manche Autofahrer fahren seit 40 Jahren, sitzen aber völlig falsch hinter dem Steuer. Mit gestreckten Armen zum Beispiel, was bei einem Unfall zu einem Bruch im Schultergelenk führen kann. Dass die Arme in dieser Haltung schneller ermüden ist eine weitere unangenehme Begleiterscheinung.“

Er sei immer froh, wenn die Autofahrer Ratschläge annehmen würden, sagte Wagner: Trotzdem gäbe es aber auch die Unbelehrbaren, die sich und ihr Können weit überschätzen würden. „Aber die kommen zu einem solchen Training eher nicht!“

Teilgenommen hat aber Dieter Danz aus Nachrodt. Eigentlich ist er zuversichtlich, den Parcour zu meistern, er fühlt sich noch fit im Straßenverkehr. „Aber es ist doch eine Gelegenheit, mal zu schauen, wie es wirklich so klappt“, erklärt er seine Motivation, hier teilzunehmen.

Preise gab es nicht zu gewinnen, aber die Einsicht, dass man vielleicht doch in manchen Situationen nicht mehr so schnell reagiert oder Abstände nicht mehr richtig einschätzen kann. Und wenn man sich mit diesem Wissen entsprechend vorsichtig im Verkehr bewegt, dann haben alle gewonnen. - sis

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