Sexuelle Übergriffe bei Feier im MK: 27-Jähriger liefert abenteuerliche Erklärung

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Bei einer Feier im MK hat ein Mann aus Altena eine Frau sexuell bedrängt.

Im Alkoholrausch hat sich ein Mann aus Altena eine Frau sexuell bedrängt und unsittlich berührt. Seine Erklärung ist abenteuerlich.

Ziemlich teuer kommt einen 27-jährigen Altenaer die sexuelle Belästigung einer 51-jährigen Frau zu stehen: Im Amtsgericht kassierte er eine Geldstrafe von 3600 Euro. 

Beide Beteiligten hatten sich am 30. November 2019 bei einer Weihnachtsfeier eines Schützenvereins getroffen. Einen Klaps auf den Hintern quittierte die Zeugin noch mit einem bösen Blick. 

Ehemann des Opfers mischt sich ein

Doch dabei ließ es der damals mit rund zwei Promille erheblich alkoholisierte Angeklagte aber nicht bewenden: Die Zeugin erinnerte sich an seinen Griff zwischen ihre Beine. Zwischenzeitlich kam es zu einem Tumult, an dem auch der Ehemann der 51-Jährigen beteiligt war. 

„Da können Sie von Glück sagen, dass die Security so schnell da war“, sagte Richter Dirk Reckschmidt an den Angeklagten gerichtet. 

Angeklagter vor Gericht: "Musste mich irgendwie festhalten"

Der wiederum hatte eine ganz andere Erklärung für die Geschehnisse: „Ich bin ins Schaukeln geraten und musste mich irgendwie festhalten. Versehentlich bin ich auf sie gestolpert.“ Er habe niemals beabsichtigt, die Zeugin anzufassen. 

Das war eine wenig einleuchtende Erklärung für immerhin zwei Berührungen. Sein Anwalt legte noch einen drauf: Er trug anatomische Probleme seines Mandanten vor, die einen solchen Griff, wie ihn die Zeugin beschrieben hatte, angeblich unmöglich machten. 

Richter hält Zeugenaussage für glaubwürdig

Zwischen zwei etwa gleichgroßen Personen sei so etwas nicht möglich. Er beantragte deshalb Freispruch: „Wir können nicht feststellen, was wirklich passiert ist.“ 

Doch Richter Dirk Reckschmidt sah keinen Grund, der „geschlossenen und nachvollziehbaren Schilderung der Zeugin“ nicht zu glauben. „Das war definitiv kein Anrempeln“, versicherte sie. 

Strafe höher als Staatsanwaltschaft fordert

Die Glaubwürdigkeit der 51-Jährigen machte ein Expertengutachten über Körpergrößen und die anatomischen Voraussetzungen für einen Übergriff überflüssig. 

In seinem Urteil ging der Richter angesichts der soliden Einkommenslage des Angeklagten über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus: 60 Tagessätze zu je 60 Euro muss er zahlen.

In Essen wurde eine junge Frau auf dem Heimweg nach einer Party sexuell massiv belästigt. Sie war nicht das erste Opfer.

Auch im Job gibt es immer wieder sexuelle Übergriffe. Doch es gibt Möglichkeiten sich zu wehren.

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