Benefizveranstaltung am 8. August

Serienkiller im Apollo-Kino

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Der Macher: Produzent Sascha Goldbach aus Altena freut sich auf den 8. August.

Altena - Xavier ist ein Tier. Eine Bestie, die ihren Hass auf Frauen hinter der Fassade eines unauffälligen Durchschnittstypen verbirgt. Die Mutter ist schuld. Sie hat ihn missbraucht. Jetzt zieht er von Stadt zu Stadt. Und wenn wieder eine Tote in seiner Badewanne liegt, ist es eine kleine Normalität. Er mordet eben. Es ist ihm egal, ob sein Opfer blond oder brünett ist. Und er mordet in Altena – genauer: Im Apollo-Kino.

Dort wird am Samstag, 8. August, der Film „Scars of Xavier“ gezeigt. Als Benefizveranstaltung. Denn alle Eintrittsgelder kommen dem Kino zu Gute – zur Unterstützung in Corona-Zeiten. Produzent des Films, der nichts für zart besaitete Menschen ist, ist der Altenaer Sascha Goldbach. Er ist 41 Jahre alt und arbeitet als Ultraschallprüfer bei VDM. Ein Gespräch über Serienkiller, Goldbachs Werdegang beim Film und die Benefizaktion.

Spielt Ihr Film in Altena? 

Er spielt in Prag, einige Szenen wurden aber auch in Altena am Schwarzenstein und in Hemer gedreht.

Es geht um einen Serienkiller. Wie viele Frauen hat er denn auf dem Gewissen?

Sechs oder sieben. Man sieht nur die Morde in Prag. Alles, was davor und danach passiert, überlässe ich dem Zuschauer.

Ist es Ihre erste Produktion? 

Und wie kamen Sie zu diesem Thema? Es ist die erste Langfilmproduktion. Ich habe schon mein ganzes Leben einen Hang zu fantastischen Filmen gehabt. Mein Lieblingsfilm ist Frankensteins Braut. Ich habe Frankenstein schon mit vier oder fünf Jahren gesehen.

Ziemlich gruselig für ein Kind ... 

Meine Eltern waren auch Film-Fans und haben gemeint, wenn es nicht zu gruselig ist, dann darf ich das gucken. Ich musste dann aber auch alleine schlafen.

Sie haben dann auch nicht gequengelt? 

Wahrscheinlich schon (lacht). Das unverstandene Monster fand ich faszinierend. Frankenstein konnte nichts dafür, dass er da war. Er hatte auch keine bösen Absichten.

Jetzt ist aber das Monster Xavier. Und er kann was dafür, dass er Frauen tötet.

Ja. Wir haben auch Wert darauf gelegt, dass man keine Sympathien empfinden kann. Wir verurteilen natürlich Morde gegenüber Frauen aufs Schärfste.

Vom Filmfan zum Film-Produzenten ist es aber ein weiter Weg. 

Ich war schon immer ein Fantast und Träumer. Ich wollte immer, dass mein Name im Abspann eines Films steht. Egal als was. Ich hätte auch nur die Kabel getragen (lacht).

Und dann haben Sie dennoch eine Ausbildung als Werkzeugmechaniker gemacht?

Das ging nicht anders. Ich habe trotzdem immer gezeichnet, geschrieben, fotografiert. Dann, 2012, habe ich eine Annonce gelesen, in der Statisten für einen Film gesucht wurden. Aber weibliche Statisten. Da habe ich zu meiner Freundin gesagt: Meld’ dich doch mal an. Es ist zwar nicht zum Dreh gekommen, aber zum Dank, dass wir beim Casting waren, sind wir zum Grillen eingeladen worden. Und da ich zu der Zeit schon viel mit Fotografie unterwegs war und man mich dank Social Media schon kannte, bin ich von einem Mädchen gefragt worden, ob sie mal ein Shooting bei mir machen dürfte. Und dann stellte sich heraus, dass dieses Mädchen den Regisseur Olaf Ittenbach geheiratet hat. (Anmerkung der Redaktion: Olaf Ittenbach ist ein deutscher Regisseur von Splatter- und Horrorfilmen). Und dem haben die Bilder gut gefallen.

Das waren normale Porträt-Fotos? 

... die ein bisschen gruselig aussehen. Aber auch romantisch und punkig.

Und so begann Ihre Karriere? 

Olaf Ittenbach wollte mich für Set-Fotos. So wurden andere Regisseure auf mich aufmerksam. Manchmal war ich auch Statist. Ein größeres Engagement gab es in Las Vegas, wo „Seed II“ gedreht wurde. Dort habe ich jemanden kennengelernt, der einen Produzenten suchte. Und da habe ich mich sofort selbst genannt. Wir wollten erst einen Geisterfilm produzieren, aber wir konnten den Schauspieler nicht bekommen, den wir haben wollten. So sind wir schließlich auf „Scars of Xavier“ gekommen.

Wer hat das Drehbuch geschrieben?

 Das hat Kai E. Bogatzki geschrieben. Er kommt aus Essen. Aufgrund von internationalen Festivals und Verkäufen wurde der Film komplett auf Englisch gedreht und später auf Deutsch sychronisiert. Der Produzent gibt das Geld für einen Film? Ja, das habe ich aus privaten Mitteln gemacht. Man kann sich ein Auto kaufen oder einen Film produzieren.

Was ist das Geniale an Scars of Xavier? 

Wir haben viel Geld in die Hand genommen, haben ausschließlich mit Schauspielern, nicht mit Laiendarstellern gearbeitet. Der Hauptdarsteller ist Marc Engel, er kommt aus Hamburg. Hauptdarstellerin ist Alexia von Wismar.

Überlebt sie im Film? 

Sie weckt in Xavier zärtliche Gefühle.

Gibt es ein Happy End? 

Nein, das Ende ist offen.

Wenn man Angst vor Horror hat, ist der Film nichts? 

Man sollte schon eine Affinität zu Psychothrillern haben. Der Film ist sehr hart und grafisch, aber die grafischen Sachen stehen nicht im Vordergrund. Man kann keinen Film über einen Serienkiller machen, ohne zu zeigen, was ein Serienkiller macht. Man muss nicht gutheißen, was er tut, aber wenigstens verstehen, warum er es macht.

Ist es die Premiere des Films am 8. August in Altena? 

Nein, die Premiere war in New York.

Wie ist er dort angekommen? 

Da ist er gut angekommen. Die Leute haben applaudiert und gejubelt, aber andere sind auch rausgegangen, weil sie es sich nicht angucken konnten. Für uns eigentlich auch eine Bestätigung. Und wir haben auch einen Preis bekommen. Für den besten Schnitt. Es war ein Independent-Preis.

Und jetzt also endlich Altena... 

Wir wollen gern Werbung fürs Kino machen. Corona und die Kinos sind eine heillose Katastrophe. Die Einnahmen sind komplett fürs Apollo-Kino bestimmt.

Die Benefizvorstellung

 Der Film „Scars of Xavier“ wird am Samstag, 8. August, um 20.15 Uhr im Apollo-Kino gezeigt. Es gibt rund 60 Plätze im großen Saal. Bei mehr Vorbestellungen wird auch der zweite Saal genutzt. Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller sind ebenfalls vor Ort. Nach dem Film stehen sie bereit für Fragen und Gespräche.

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