Wohnbereich komplett isoliert

Weiteres Seniorenzentrum von Corona getroffen: Mehr als ein Dutzend Infizierte

13 positive Tests gibt es im Ellen-Scheuner-Haus in Altena
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13 positive Tests gibt es im Ellen-Scheuner-Haus in Altena

Seit Freitagnachmittag liegen für das Ellen-Scheuner-Haus in Altena positive Corona-Testergebnisse vor. Insgesamt 13 Personen sind in der Einrichtung infiziert. Wohnbereich 8 ist komplett isoliert. So geht es nun weiter.

Altena – Seit Freitagnachmittag liegen für das Ellen-Scheuner-Haus in Altena positive Corona-Testergebnisse vor. Insgesamt 13 Personen sind in der Einrichtung infiziert. Die Altenpflegeeinrichtung befindet sich ebenso wie das Wichernhaus in Werdohl in Trägerschaft der Perthes-Stiftung. Dort hatte es am Mittwochabend eine Häufung von Corona-Infektionen von 31 Bewohnern und 16 Mitarbeitenden gegeben.

Bis der endgültige Informationsstand für das Scheuner-Haus in Altena erreicht war, verging einige Zeit der Irritationen. Nicht alle Beteiligten waren offensichtlich zu jeder Zeit vollständig im Bilde.

Wohnbereich 8 von Corona betroffen

Bei einem ersten Telefonat mit Pflegedienstleiterin Kornelia Tymoszuk hatte es am Freitagnachmittag so ausgesehen, als wäre im Ellen-Scheuner-Haus alles im grünen Bereich. Kurze Zeit später meldete sich Ralf Lohscheller, Leiter des Geschäftsbereiches Altenhilfe Süd der Perthes-Stiftung, in der Redaktion. Er berichtete von zwei infizierten Pflege-Mitarbeiterinnen. Während des Telefonats erreichte Lohscheller eine E-Mail. Danach hieß es, dass auch bei elf Bewohnern im Hause das Coronavirus nachgewiesen worden sei.

Kornelia Tymoszuk räumte bei einem erneuten Telefonat ein, dass es positive Fälle im Wohnbereich 8 gebe. „Die Wohnbereiche 5, 6, 7, und 9 sind aber coronafrei“, sagte sie. „Die Familien der Betroffenen haben wir bereits informiert“, so Tymoszuk – die sich mehrfach für die zunächst unvollständige Information entschuldigte. Die Pflegedienstleiterin vertritt momentan die – nicht an Corona – erkrankte Hausleiterin Petra Winkler.

Zwei positive PoC-Schnelltests

Bei routinemäßigen PoC-Schnelltests, die die Einrichtung seit Anfang vergangener Woche durchführt, waren zwei Mitarbeiterinnen positiv getestet worden. Sie hätten sich sofort in häusliche Isolation begeben. Der Vorfall wurde dem Gesundheitsamt gemeldet, das PCR-Tests für die Pflegerinnen anordnete. Zudem wurden die Kontaktpersonen der Pflegekräfte abgestrichen: eben alle 20 Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnbereiches 8. Freitagnachmittag lagen die Ergebnisse vor: Elf Tests fielen positiv aus. Der Wohnbereich 8 befindet sich seitdem in Isolation.

„Wir haben Zimmer, in denen nur positiv Getestete sind, und Zimmer, in denen sich nur negativ Getestete befinden“, erklärt Tymoszuk. Die neun negativ getesteten Bewohner habe man nicht auf andere Stationen verlegt, achte aber darauf, dass sie keinen Kontakt zu Infizierten haben.

Pflegekräfte beobachten Symptome der Infizierten

Die Corona-Positiven würden vom Pflegepersonal intensiv beobachtet und betreut, ganz besonders im Zusammenhang mit auftretenden Symptomen. Die Mitarbeiterinnen dürften den Bereich nur unter Einhaltung strengster Hygienevorschriften betreten, um sich selbst zu schützen und das Risiko der Weiterverbreitung im Ellen-Scheuner-Haus zu minimieren.

„Den Infizierten geht es bislang relativ gut. Manche haben Fieber. Die Sauerstoffsättigung ist aber bei 98 Prozent und damit normal“, berichtet Tymoszuk. Sollte die Sättigung bei den Betroffenen unter 90 fallen, werde umgehend ein Arzt informiert. Bei akuten Verschlechterungen werde man einen Notarzt hinzuziehen und über die Verlegung in ein Krankenhaus beraten.

Neuer Abstrich wohl in einer Woche

Voraussichtlich in sieben bis acht Tagen werde ein neuer Abstrich gemacht. Mindestens bis dahin gilt auch die Quarantäne. Besuche sind im Ellen-Scheuner-Haus weiter möglich. „Die Angehörigen der Bewohner der betroffenen Station haben sich aber für die nächste Zeit dagegen entschieden“, berichtet Tymoszuk. Das Wichernhaus in Werdohl war am Donnerstag vom Gesundheitsamt komplett für Besucher geschlossen worden.

Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises, war am Freitagnachmittag nicht über die aktuelle Lage im Scheuner-Haus informiert. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen des Gesundheitsamtes sei es unter bestimmten Auflagen möglich, eine Pflegeeinrichtung trotz positiver Corona-Fälle für Besucher geöffnet zu halten.

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