Kein Nachfolger als Teamleiter

Seniorenkreis Breitenhagen aufgelöst

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Heinz Riede (vorne rechts) leitete den Seniorenkreis Breitenhagen seit fünf Jahren. Mit 82 Jahren wurde ihm aber die ganze Organisation der Zusammenkünfte „einfach zu viel. Es geht nicht mehr so

Altena - Als Heinz Riede mit seiner Frau Edith vor nunmehr fünf Jahren den Staffelstab als Chef des Seniorenkreises Breitenhagen von Heinz-Hermann Künne übernahm, waren die Senioren am Breitenhagen froh. Dienstag ging nun im Johanniter-Treff eine Ära zu Ende. Der beliebte „Seniorenkreis Breitenhagen“ tagte zum letzten Mal.

„Das hat einzig Altersgründe“, sagt Riede. Die Arbeit – etwa das Richten der Tische, das Schleppen von Getränkekisten und vieles mehr – „ist für mich mit nunmehr 82 Jahren einfach zu anstrengend. Leider fand sich keine oder kein Nachfolger.“

Was bleibt, ist deshalb auf jeden Fall die Erinnerung an einen flotten Kreis von Männern und Frauen, die „auf dem Berg“ als flotte Senioren so etwas wie die letzte Bastion auf dem Breitenhagen waren.

Drei Dutzend Stammgäste

35 Stammmitglieder kamen in der Regel regelmäßig zu den Treffen. Es wurde gelacht, gesungen, geschunkelt und „wir hatten einfach viel Freude und Spaß“, sagt Heinz Riede. Die Gründung des Kreises ging auf eine Idee von Heinz-Hermann Künne aus dem Jahr 2006 zurück. Damals sprang ihm Margret Ehrich bei und Ilse Kolozweidski verwaltete die Kasse. 

Um den Vorstand wuchs dann stetig ein Kreis, zu dem unter anderem auch Edith und Heinz Riede gehörten. Schnell war die Schmerzgrenze von als drei Dutzend regelmäßigen Teilnehmern erreicht - mehr ging aus Kapazitätsgründen nicht. Und so gab es sogar zeitweilig eine Warteliste, wenn neue Mitglieder zum Kreis stoßen wollten, weil etwa jemand verzogen war.

In  netter Gesellschaft alt werden

Der Spruch „in netter Gesellschaft werden die Leute eben älter“, wurde zum geflügelten Wort der Gruppe. Die unternahm gemeinsam auch die ein oder andere Fahrt. Ob Weihnachtsmarktbesuche oder Ausflüge zu markanten Zielen. 

„Wir hatten immer Freude“, sagt Riede. Doch eines sagt auch der letzte Kopf der Senioren am Breitenhagen dankbar. „Wir waren immer irgendwie ein Team. Ohne geht gar nicht“, und damit meint er unter anderem auch die Küchenabteilung der Gruppe. Die hatte mit dem Einkauf und dem Herrichten von Schnittchen, Kuchen und dem Kochen von Kaffee, Tee und Kakao und dem Auf- und Abräumen einschließlich dekorieren und Spülen schon eine Menge Arbeit. So eine Helferschicht, auch das erwähnt Riede dankbar, „ging durchaus vom Mittag bis zum Abend.“ 

Auch ehemalige Breitenhagener stießen immer wieder zu dem Kreis, wie zum Beispiel Pfarrer Wolfgang Reuter, der sich in der Runde sichtlich wohlfühlte.

Feiner Lachs

Mit einem feinen Lachs, aber auch dem obligatorischen Frankfurter Kranz und Weihnachtsstollen, ging am Dienstag eine Ära zu Ende. Selbst Musiker Helmut Riesenbeck wurde es etwas wehmütig ums Herz, als er die letzten gemeinsamen Lieder anstimmte. 

Und jetzt? Da meldet sich ein Teilnehmer vorsichtig zu Wort und sagt: „Ich überlege noch, ob ich nicht einen Stammtisch gründe? Dann könnte man per Telefonkette versuchen, den ein oder anderen Interessenten doch noch zu einem Treffen zu bewegen.“ Aber auch, wenn der Seniorenkreis Breitenhagen jetzt wohl endgültig Geschichte ist – ein kleines Feuer lodert noch...

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