Fritz-Berg-Haus

Ins Fenster gepinkelt: Senioren in Altena entsetzt

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Das Schild mitten im Hof des Fritz-Berg-Hauses. Aber es kümmert offenbar niemanden.

ALTENA ▪ „Oma, mach’ das Fenster zu und halt den Kopf still!“ – „Was willst du denn, du Friedhofsgemüse?“. „Na, bist wohl ein Friedhofs-Deserteur?“ – Beschimpfungen wie diese sind rund um das Fritz-Berg-Haus scheinbar an der Tagesordnung.

Schockierend, was eine Runde von 13 Frauen und zwei Männern unserer Zeitung teils unter Tränen anvertraute. „Es sind Jugendliche, es sind junge Erwachsene, die uns Null Respekt entgegenbringen“, hieß es.

Hatte Hausmeister und „Mann für alle Dinge“ Wolfgang Puschmann noch gesagt, „das AK sollte mal kommen“, das, was den Senioren im Alter von 76 bis 87 Jahren auf der Seele brannte, die sich im großen Saal versammelt hatten, sprengte jede Vorstellungskraft.

„Wir lieben Kinder und Jugendliche. Wir lieben aber auch Hunde. Doch was hier bei uns passiert, das ist nicht mehr hinnehmbar“, sagte eine im Rollstuhl sitzende Frau den Tränen nahe. Nicht nur, dass der Park der Burg Holtzbrinck, sondern auch der Innenhof des Fritz-Berg-Hauses „mindestens jeden Freitag und Samstag“ zum Anlaufpunkt von Randalierern, Trinkern und vermutlichen Drogenkranken ohne jeden Anstand würde, beklagten die Senioren. „Am Freitag haben sich gegen 23 Uhr zwei Jugendliche vor mein auf Kipp stehendes Fenster gestellt und dreist hineinuriniert. Ich war so schockiert, ich konnte gar nichts mehr sagen...“, gab eine Bewohnerin zu Protokoll.

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Hausmeister Wolfgang Puschmann half ihr, die Schweinerei zu beseitigen. Er ist es auch, der ständig mit dem Hochdruckreiniger die Hauswände in den diversen Durchgängen von Urin, Schmiereien oder Hundekot befreit. „Das glauben Sie nicht“, sagt Puschmann und hat fast resigniert, „was ich hier Tag für Tag erlebe.“

Natürlich haben die Senioren schon mal die Polizei und das Ordnungsamt gerufen. Natürlich rückten Beamte oder Rathausbedienste aus. „Nur wenn die dann kommen, sind alle schnell weg“, sagt eine ältere Dame und drückt das Taschentuch in ihrer Hand. „Und das hier, bei uns, im Innenhof des Fritz-Berg-Hauses!“

Ordnungsamtschef Klaus-Peter Trappe war ob der geschilderten Vorfälle „einfach nur schockiert“. Und auch auf der Polizei-Wache nahm man dieses Ausmaß „erst einmal so zur Kenntnis.“ Beide AK-Gesprächespartner versprachen, jetzt ein verstärktes Auge auf den Innenhof im Fritz-Berg-Haus zu halten. Und Trappe sicherte zu, dass schon bald zum Beispiel die Bänke im Holtzbrinck-Garten selbst fest verankert würden.

Die Senioren betonten gestern noch einmal: Sie freuten sich über Besuch, über Leben rund um ihr Haus. Aber der Umgang, der Respekt müsse da sein. „Es kann nicht angehen, dass wir noch nicht einmal auf unseren Ruhebänken im Hof sitzen können und weggejagt werden mit Sprüchen wie: „Verp.... dich, alte Schachtel. Da sitz’ ich jetzt drauf!“ oder Hunde dreist ihr Geschäft in Beeten verrichten ohne das sich irgendjemand um die stinkenden Überreste kümmert. ▪ Von Johannes Bonnekoh

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