Selbstbehauptungstraining mit Iris Danisch macht Mädchen stark fürs Leben

Nein sagen ist erlaubt - auch zu Omas Begrüßungskuss

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Die Sportmatte musste am Samstag viel aushalten in der Familienberatungsstelle der Caritas. Gegen sie wurde geboxt und getreten. Diese Übungen sind auch dazu gedacht, den persönlichen Sicherheitsabstand auszuloten.

Altena -  Es bedarf gar nicht viel Kraft, um sich aus einem Würgegriff zu befreien oder einen Rüpel auf dem Schulhof von seinem Klammergriff um die Handgelenke abzubringen. Iris Danisch hat das am Samstag elf Mädchen im Haus der Caritas demonstriert. Und ihnen obendrein auch Techniken gezeigt, mit denen Mädchen oft gar nicht erst in solch unangenehme Situationen kommen.

Selbstbehauptung fängt mit einer guten Körperhaltung an. Wer immer gebeugt geht und auf den Boden starrt, der strahlt kein Selbstvertrauen aus und ist ein leicht gefundenes Opfer. Grade gehen ist aber nur eine von vielen Übungen, die Iris Danisch den Mädchen zeigt. 

Die Lüdenscheiderin ist zertifizierte Übungsleiterin beim Kreissportbund und hat sich über den Landessportbund auch zur Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungstrainerin fortgebildet. Entsprechend sportlich geht es zu, als sich die Kinder im Selbstbehauptungskurs der Caritas-Familienberatungsstelle in weniger als drei Stunden ein gutes Körpergefühl antrainieren. 

Mit Schwung treten und boxen sie gegen die dicke Sportmatte an der Wand. „Der Tritt und die Armlänge sagen auch viel darüber aus, welchen Mindestabstand man für sich einfordern möchte“, erklärt Iris Danisch.

Auch aus einem festen Griff um die Handgelenke können sich Kinder gut befreien. „Alles eine Frage der Technik“, weiß Iris Danisch.

Mädchen (und Jungs natürlich auch!) dürfen ihn auch im elterlichen Umfeld durchsetzen. „Man darf der Mama auch mal widersprechen, wenn sie einen an den Haaren zieht“, gibt Iris Danisch als Beispiel an. Und auch die Oma hat es zu respektieren, wenn ihr überschwänglicher feuchter Begrüßungskuss dem Enkelkind nicht passt.“ 

Während die Oma vielleicht „nur“ enttäuscht ist, werden Spielplatz- und Schulhof-Rüpel von einem klaren Nein vielleicht unbeeindruckt bleiben. Umgreifen sie die Handgelenke, um ihr Gegenüber einzuschüchtern, oder wenden sie gar einen Würgegriff an, können sich auch körperlich unterlegene Kinder wehren. Iris Danisch stellt eine schlangenartige Armbewegung vor, die mit Hebewirkung und kleinem Kraftaufwand die körperlich bedrohliche Situation sofort auflösen kann. 

Das zunehmend gestärkte Körpergefühl in dem Drei-Stunden-Kurs lässt die Kinder auch in sich hineinhorchen: Wo mag ich überhaupt nicht angefasst werden? Welche Situationen gab es schon mal in meinem Leben, wo ich besser nein gesagt hätte? Sorge, dass sie am Ende kleine Rebellen abholen, müssen die Eltern der teilnehmenden Kinder nicht haben. 

Iris Danisch arbeitet sehr transparent und macht mit ihren Schützlingen auch eine Elternvorführung. Die Mamas und Papas sind schwer begeistert von ihren starken Mädchen. Die holen sich am Ende ganz selbstbewusst ihre Teilnehmerurkunden ab.

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