Sekundarschule: Knapp 180 Eltern sind dafür

Freuen sich interkommunal: Jürgen Röll, Dr. Andreas Hollstein und Stefan Kemper.

ALTENA ▪ Knapp 180 von insgesamt 440 Eltern von Dritt- und Vierklässlern in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde haben ihre grundsätzliche Bereitschaft bekundet, ihr Kind auf eine Sekundarschule zu schicken. Das teilten gestern Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und der Nachrodter Verwaltungschef Jürgen Röll mit. Damit ist ein erster Schritt in Richtung dieser neuen Schulform gemacht.

Wie berichtet, wollen Altena und Nachrodt-Wiblingwerde diese Schule zusammen betreiben, um auf die zu erwartenden Probleme ihre Haupt- und Realschulen zu reagieren. Wichtig war zunächst die grundsätzliche Zustimmung von wenigsten 75 Eltern jedes Jahrgangs. Dazu wurden in allen dritten und vierten Klassen der Grundschulen Umfragen gestartet.

Zuerst sah es

nicht gut aus

„Ich habe selten so geschwitzt“, gab Hollstein gestern zu – bis vergangene Woche sah es nicht gut aus, dann kamen doch noch genügend Meldungen zusammen. Damit kann das Verfahren jetzt weitergeführt werden: Am Montag beschäftigen sich beide Räte mit der geplanten Schulgründung, dann folgt der Antrag an die Bezirksregierung.

Röll und Hollstein zeigten sich gestern optimistisch, dass das Land der Schulgründung zustimmt und die Schulleiterstelle ausschreibt. Ihr Optimismus gründet sich darauf, dass neben der Schul- auch die Kommunalaufsicht beiden Kommunen dringend dazu riet, diesen Weg zu gehen. Außerdem, so argumentierten die beiden Verwaltungsleiter, spiele man mit dem Vorhaben ja der Landesregierung voll in die Karten. Die wolle zum einen interkommunale Zusammenarbeit („da sind wir soweit wie keine anderen“), zum anderen auch die Sekundarschule. Das Altena/Nachrodter Vorhaben werde dadurch in doppelter Hinsicht zum Modellprojekt.

Sobald die Zustimmung aus Düsseldorf vorliegt und die Schulleitung ihre Arbeit aufgenommen hat, wird zum einen das Konzept für die neue Schule weiterentwickelt und zum anderen das Anmeldeverfahren vorbereitet. Das ist dann der dritte (und letzte) Knackpunkt: 75 Kinder müssten angemeldet werden, damit die Schule an den Start gehen könnte.

Ideale Bedingungen

am Holensiepen

Der Startschuss würde in Nachrodt erfolgen, weil dort die fünften und sechsten Klassen der Sekundarschule unterrichtet werden sollen – vor allem wegen seines Umfeldes mit Sportplatz und Hallenbad in unmittelbarer Nachbarschaft sei dieser Standort ideal, meinen nicht nur die Verwaltungschefs. Auch bei den Workshops zu diesem Thema sei dieser Vorteil betont worden, berichtete Stefan Kemper.

„Ein wahnsinniger Zeitdruck“ hat nach dessen Angaben die letzten Wochen geprägt. Großes Lob zollten Hollstein und Röll den Kollegien von Haupt- und Realschulen beider Orte, die sich extrem engagiert hätten. Namentlich nannten sie Sabine Schulte, Ulrike Busse und Thomas Mölle von der Hauptschule, die in einem Kraftakt die Vorbereitungen für die erste Elterninformations-Veranstaltung gestemmt hätten. Hilfreich sei auch die externe Begleitung durch Werner Kerski gewesen.

Anerkennung aber auch für das Gymnasium – auch Ulrich Holtkemper und Dr. Reinhard Koch waren in die Vorbereitungen eingebunden. Weil die Sekundarschule auch Zugang zum Abitur bieten soll und dieses dann am BGA abgelegt wird, sollen Inhalte angeglichen werden. So ist geplant, an der Sekundarschule Spanisch als zweite Fremdsprache anzubieten, weil das auch am Gymnasium so ist.

Die Sekundarschule werde ein „ganz eigenes Konzept“ verfolgen, dabei aber die bewährten Traditionen der heute vorhandenen Schulen wahren, versprechen die Vertreter der beiden Schulträger.

Von Thomas Bender

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