Diskussionen in Altena und Nachrodt

Sekundarschule: Grünes Licht für Tablet-Klassen

Schüler beschäftigen sich mit digitalen Endgeräten.
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Tablet-Klassen gibt es ab dem nächsten Schuljahr an der Sekundarschule.

Ab dem nächsten Schuljahr soll es Tablet-Klassen in der Sekundarschule geben. Dem stimmten die Kommunalpolitker in Altena und Nachrodt zu - aber nicht ohne Diskussionen.

Altena/Nachrodt – Es soll schnell gehen: Schon zu Beginn des nächsten Schuljahres sollen in der Sekundarschule Altena-Nachrodt Tabletklassen an den Start gehen. Damit soll, wie es in der Beratungsvorlage hieß, „der digitale Bildungsauftrag ins Klassenzimmer verlagert werden“.

Zeitgleich stimmten am Montagabend (17. Mai) der Altenaer Hauptausschuss und der Rat der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde über dieses Vorhaben ab. Beide Gremien gaben grünes Licht, nicht aber ohne Diskussionen. Sie entschieden sich dafür, die Tabletklassen mit Leihgeräten auszustatten, die im Rahmen eines Sofortausstattungsprogrammes des Landes an die Sekundarschule gegangen sind.

Corona-Pandemie als Unsicherheitsfaktor

Die Ausgangslage: 53 Mädchen und Jungen sind für die fünften Klassen der Sekundarschule angemeldet, 24 Eltern haben sich bereit erklärt, für ihre Kinder selbst Laptops anzuschaffen, 80 Geräte kamen mithilfe des Sofortprogrammes des Landes an die Schule. So können alle Kinder mit Endgeräten, entweder mit eigenen oder Leihgeräten, versorgt werden.

Grundsätzlich befürworteten alle politischen Kräfte das Projekt. Der Haken an der Sache: „Unter der Voraussetzung, dass die pandemische Lage nach den Sommerferien beendet ist“, so Stadtkämmerer Stefan Kemper in Altena. Das kritisierte Ratsherr Oliver Held (Grüne). Die Annahme sei unsicher, man werde sich dem Vorhaben aber an sich nicht in den Weg stellen. Und so gab es vier Enthaltungen auf Seiten der Grünen in Altena.

Diskussionen über Tablet-Modell

Stadtkämmerer Stefan Kemper hatte erklärt, dass Probleme mit dem Vorhaben nur dann ins Haus stünden, wenn es einen weiteren kompletten Lockdown geben würde. Wenn die ganze Schule in den Distanzunterricht geht, müssten die Geräte auch wieder anderen Schülern zur Verfügung gestellt werden, die zuhause nicht die entsprechende Ausstattung haben.

Niemand kann heute aber wissen, wie sich die pandemische Lage entwickeln wird. Deshalb entschieden die Altenaer und Nachrodter für den bestmöglichen Fall – und damit für den Wunsch der Schule nach einem modernen Unterricht. Diskussionen gab es in Nachrodt über die Geräte selbst.

Laptops: Finanzierung kritisch gesehen

„Wir sind nicht davon überzeugt, dass es unbedingt die Microsoft Surface Go2-Geräte sein müssen, die 800 Euro kosten“, so Ronny Sachse (SPD) mit Blick auf die Beratungen nach den Sommerferien. Dann nämlich wollen die Altenaer und Nachrodter Schulausschuss-Mitglieder über das weitere Vorgehen sprechen. Sonja Hammerschmidt (UWG) warf einen Blick aufs Burggymnasium: „Dort kann jeder Schüler das Gerät mitbringen, was er hat. Ich verstehe nicht, warum das hier mit IT-Spezialisten laufen muss.“

Laptop-Finanzierungen, die die Eltern oder die Gemeinde übernehmen, sehen alle Fraktionen kritisch. „Wichtig ist für uns ein gutes Konzept, sodass keine Hürden für ärmere Familien geschaffen werden“, meinte Jens-Philipp Olschewski (CDU).

Die Arbeitsgemeinschaft parteiloser Bürgermeister hat unterdessen einen Brief an die Schulministerin geschrieben. „Es ist nicht damit getan, die Tablets zu verteilen. Sie müssen auch betreut werden. Haben wir demnächst alle einen IT-Fachmann, der sich nur um die Schulen kümmert? Wie sieht es mit der Kostenbeteiligung aus?“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. Eine Rückmeldung gab es bisher aus dem Ministerium nicht. Birgit Tupat: „Das wundert mich nicht.“

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