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Sekundarschüler erklären Senioren den Umgang mit dem Smartphone

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Von: Thomas Bender

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Nachhilfe in Sachen Smartphone-Nutzung: Die Schüler der Sekundarschule zeigten Senioren in der Freiheit26, welche Möglichkeiten ein Handy bietet.
Nachhilfe in Sachen Smartphone-Nutzung: Die Schüler der Sekundarschule zeigten Senioren in der Freiheit26, welche Möglichkeiten ein Handy bietet. © Bender, Thomas

Endlich funktioniert sie wieder, die Mark-E-App auf dem Smartphone von Franz-Georg Brillert: „Ich war schon im Kundenbüro am Markaner und habe auch die Hotline angerufen – keiner konnte mir helfen“, erzählte der Ex-Wirt vom Haus Pilling am Mittwoch in der freiheit26.

Dort fand eine Schülerin der Sekundarschule heraus, wo der Fehler lag. Jetzt funktioniert die App wieder und Brillert hat Zugriff auf den digitalen Zähler, mit dem er seinen Stromverbrauch kontrollieren kann.

Digitaler Stromzähler, eine App – damit gehörte Brillert zu den technisch eher fortgeschrittenen Besuchern des Smartphone-Kurses beim Stellwerk. Der richtet sich an alle, die unsicher sind im Umgang mit den Geräten und die mehr wissen wollen über deren Möglichkeiten. Solche Kurse gab es vor der Pandemie schon einmal, damals wie heute arbeitet die Ehrenamtsbörse mit der Sekundarschule zusammen. Deren Schulsozialarbeiter David Sukup war mit einem halben Dutzend Schülern in die Freiheit gekommen, um den Teilnehmern (wohl alle über 60) den Umgang mit den „digitalen Endgeräten“ zu lehren.

Smartphone wird meist nur als Telefon genutzt

„Wie wischen?“, fragte eine der Teilnehmerin, als ihr eine Schülerin erklärte, wie man ein Telefonat annimmt – also wurde auch das geübt. Es stellt sich schnell heraus, dass das Smartphone von vielen Teilnehmern nur als Telefon genutzt wird – was aber nicht heißt, dass die Senioren mit der digitalen Welt nichts zu tun haben wollen. „Wenn ich eine E-Mail schreiben will, nehme ich mein Laptop“, erklärte eine Besucherin des Kurses. Eine andere will auch das zukünftig am Smartphone erledigen. Das Mailprogramm öffnen? Kein Problem – aber dann? „Sie müssen jetzt auf den Stift drücken“, erklärte geduldig einer der Schüler.

Mit dem Smartphone kann Renate Auwermann ganz gut umgehen – sie kam mit einem nigelnagelneuen Tablet in die freiheit26. „Ich habe Probleme mit der Einrichtung“, gestand sie. Lösen ließen die sich am Mittwoch trotz intensiver Bemühungen nicht, weil es der freiheit26 an einem wesentlichen und für solche Kurse wichtigen Ausstattungsmerkmal fehlt: „Das Internet ist einfach zu langsam, wenn so viele Geräte gleichzeitig eingeloggt sind“, erklärt Abdulkader Douboul.

An der Didaktik müssen die Schüler noch arbeiten

Der ist so fit im Umgang mit Android, Google und Co., dass seine Schulfreunde ihn rufen, wenn sie nicht mehr weiter wissen. Per Whatsapp empfangene Fotos vom Enkelchen in das Bilderalbum verschieben, dort einen Enkel-Ordner bilden? Kein Problem für den Schüler: Er tippt hier, er wischt da – im Handumdrehen ist alles fertig. Schade nur, dass alles so schnell ging, dass der staunende Senior nicht mitbekommen hat, was genau da alles passiert ist. An der Didaktik muss Sukup mit seinen Schülern also noch ein wenig arbeiten.

Der Kurs ist so konzipiert, dass Interessenten jederzeit hinzustoßen können. Er findet mittwochs ab 14.15 Uhr statt. Weil in der kommenden Woche an der Sekundarschule Projektwoche ist, geht es erst am 21. September weiter. Das Angebot ist für die Teilnehmer kostenfrei.

Kontakt: Um vorherige Anmeldung zur Teilnahme wird gebeten: Stadt Altena/Stellwerk, Anette Wesemann, Tel. 02352/209218, E-Mail: a.wesemann@altena.de.

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