Konkrete Pläne

Sekt oder Wein? Weinberg in Innenstadt im MK geplant

Ein Weinberg für Altena: So lautet eine Idee der kreativen Köpfe vom „Summer of Pioneers“. Dass die Trauben im Sauerland bestens gedeihen, beweist der Weinberg In Neuenrade.
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Ein Weinberg für Altena: So lautet eine Idee der kreativen Köpfe vom „Summer of Pioneers“. Dass die Trauben im Sauerland bestens gedeihen, beweist der Weinberg In Neuenrade.

Ein Weinberg mitten in der Stadt. Den soll es im MK geben. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie. Womöglich wird es auch Sekt statt Wein. Und dazwischen Gurken und Co.

Altena – Ob es im Mittelalter Weinanbau mitten in Altena gegeben hat? Nicht nur für Ritter und Freifrauen? Damals war es nämlich selbstverständlich, dass die Reben dort waren, wo die Menschen auch wohnten. Heute ist man eher verwundert, wenn ein Weinberg in der Innenstadt entstehen soll. Und genau das soll er. Denn „Altena lässt die Korken knallen“ heißt die Devise. In fünf Jahren kann es den ersten Sekt der Burgstadt geben. Oder es wird die erste Weinflasche geköpft.

Die Entscheidung, ob Wein oder Sekt, wird nach Bodenproben fallen, die in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Und diese Bühne ist genau oberhalb des Deutsche-Bank-Parkplatzes. Südlage. 1500 Quadratmeter. Keine riesige Fläche, aber ein riesig spannendes Vorhaben, das als das erste Nachhaltigkeits-Projekt im Rahmen des „Summer of Pioneers“ in die Geschichte eingehen soll.

Sekt ist unkomplizierter als Wein

Gemeinsam mit Manfred Haupt, Vorstand der Altenaer Baugesellschaft (ABG), bereiten die Pioniere das Projekt vor. Manfred Haupt möchte zudem den Aufsichtsrat der AGB im Rahmen einer Sitzung im September für das Vorhaben begeistern.

Hier soll der Weinberg in Altena entstehen: oberhalb des Deutsche-Bank-Parkplatzes.

Von der Brache zum Sekt: „Sekt benötigt nicht so viel Sonne und ist auch in der Verarbeitung unkomplizierter“, sagt Manfred Haupt. Ihm schwebt nicht nur ein Weinberg vor, sondern ein Lehrweinberg. Gern möchte er auch versuchen, eine Jahrgangsstufe des Burggymnasiums mit ins Boot zu holen. Ebenso hofft er auf weitere Mitstreiter aus Altena, „denn die Baugesellschaft kann das natürlich finanziell nicht alleine stemmen.“ Reb-Paten könnten die Lösung sein.

Tomaten, Gurken und Zucchini zwischen den Rebstöcken

Dass Weinanbau nicht nur wenigen Regionen wie der Mosel vorbehalten sind, machen längst einige Städte und Gemeinden vor – wie Brandenburg an der Havel oder Ostrhauderfehn in Ostfriesland beispielsweise. Längst gibt es auch Rebsorten für die Herausforderungen harter Witterungen und nicht ganz so sonniger Standorte.

In Altena geht es nicht darum, ob man Wein überhaupt anbauen kann, sondern nur welchen. Und: In der Burgstadt soll es auch sogenannte Sekundar-Kulturen geben: So können zwischen den Rebzeilen Tomaten, Zucchini, Gurken oder Karotten wachsen. Dann wird die Innenstadt zur trinkbaren und essbaren Meile erkoren.

Weinbauwissen von Experten holen

„Wenn wir die vielen kahlen Waldflächen durch die notwendig gewordenen Abholzungen sehen, sind möglicherweise Weinberge an der einen oder anderen Stelle für Waldbauern auch eine Alternative. So könnte sich die Region vielfältig wandeln“, kann sich Manfred Haupt gut vorstellen, dass der erste kleine Weinberg große Strahlkraft haben könnte.

Die Herausforderungen sehen so aus: Die Fläche in der Innenstadt ist zwar klein, könnte aber als Lehrweinberg für Tourismus und Schulen dienen. Die Lage hat möglicherweise zu wenig Sonne. Die Lösung ist die Orientierung auf Sekt, was ein Alleinstellungsmerkmal für Altena sein würde. Das Weinbauwissen fehlt.

Pläne erstellen

Um dies aufzufangen, stellen sich die Pioniere und Manfred Haupt eine Städtepartnerschaft auf Zeit und eine Projektbasis mit der Stadt Bad Honnef und dem Landkreis Leer vor.

Von der Idee bis zur Bepflanzung wird es wahrscheinlich ein Jahr dauern, bis zur ersten Lese werden drei Jahre ins Land ziehen. Nach den Bodenproben wollen die Pioniere und Manfred Haupt einen Projekt-, Budget- und Bürgerbeteiligungsplan erstellen.

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