Ein sehr seltenes Dienstjubiläum

+
Udo Winter - seit 30 Jahren Leiter der Feuer- und Rettungswache.

ALTENA - 30 Jahre Leiter einer Feuer- und Rettungswache – das kann man eigentlich gar nicht schaffen, weil Feuerwehrleute schon mit 60 Jahren in Rente gehen. Dass Udo Winter gestern dieses Jubiläum feiern konnte liegt daran, dass er schon mit (sehr) jungen Jahren auf diese Position befördert wurde.

Als der damalige Stadtdirektor Reinhard Riechert und Stadtbrandmeister Günter Straub ihm am 4. Januar 1982 die Ernennungsurkunde überreichten, war Winter gerade 26 Jahre alt und Oberfeuerwehrmann – „am nächsten Tag ging’s ab zum Lehrgang“, erinnerte er sich gestern am Rande des Frühstücks, zu dem er alle hauptamtlichen Feuerwehrleute eingeladen hatte. Sechs Monate lang musste er in Münster die Schulbank drücken, bis er den Titel Berufsbrandmeister führen durfte und damit über die formelle Befähigung zur Leitung der Feuer- und Rettungswache verfügte.

Organisation des laufenden Betriebes, Leitung von Einsätzen, enge Zusammenarbeit mit der Verwaltung zum Beispiel dann, wenn es um Neuanschaffungen geht – so beschreibt Udo Winter seinen Job. Hinzu kommen seit 1985 die Brandschauen. Damals ließ Winter sich zum Brandschutztechniker ausbilden und darf seither kontrollieren, ob in Firmen, Schulen und anderen großen Gebäuden mit dem Brandschutz alles stimmt. Dabei kommt dem gebürtigen Evingser zugute, dass er nach der Schule zunächst eine Elektriker-Lehre bei „Bolle“ Kampmann absolvierte. „Dadurch komme ich mit Bauplänen so gut zurecht“, sagt er. Parallel zu seiner Berufsausbildung engagierte Winter sich in der Löschgruppe Evingsen, 1977 wurde er dann hauptamtlicher Feuerwehrmann

Wenn es brennt, steht Winter selten in der ersten Reihe – „ich bin eher ein Team-Player“, sagt er und verweist darauf, dass es sowohl in den (hauptamtlichen) Wachabteilungen als auch in den Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehr gut ausgebildete Einsatzleiter gibt.

Wenn Winter auf seine Dienstzeit zurückblickt, dann fallen ihm vor allem die gravierenden Verbesserungen im Rettungsdienst auf – „das ist ein Quantensprung“, sagt er und berichtet, dass es sich Anfang der 80-er Jahre um einen reinen Transportdienst gehandelt habe und von einer medizinischen Versorgung noch keine Rede gewesen sei. Dass er und seine Kollegen dann zu Rettungsassistenten ausgebildet wurden, empfand er als befreiend – „da konnte man helfen“.

Das VDM-Labor, Knipping, zweimal Hübenthal – eine Reihe von Großeinsätzen fällt in Winters Amtszeit. Als „das größte Glück, das man in 30 Jahren haben kann“ bezeichnet er es, dass in all den Jahren weder ein haupt- noch ein ehrenamtlicher Feuerwehrmann ernsthaft zu Schaden kam.

In gut drei Jahren wird Winter aus dem aktiven Feuerwehrdienst ausscheiden – dann liegt der Pieper nicht mehr auf dem Nachttisch und er kann sich mehr als bisher seinem zweiten großen Hobby widmen: „Dann gehe ich mehr angeln“....

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare