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„Sehr emotionaler Moment“: Besonderes Gemälde für Ukraine-Hilfe versteigert

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Von: Ilka Kremer

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Das neue Gemälde von Antek, das während der Veranstaltung in der Burg Holtzbrinck entstand, wurde im Anschluss für 795 Euro versteigert.
Das neue Gemälde von Antek, das während der Veranstaltung in der Burg Holtzbrinck entstand, wurde im Anschluss für 795 Euro versteigert. © Ilka Kremer

Zu einem besonderen Abend, an dem die „Inspiration der Künste“ im Fokus stand, begrüßte die Geschäftsführerin des Kulturrings, Melanie Jens, am Samstagabend rund 70 Gäste in der Burg Holtzbrinck. Der Abend fand auch ein emotionales Ende.

Altena – Zu Gast waren in der Burg Holtzbrinck die bekannten Altenaer Künstler Susanne Wendel, Ulrich Frenschkowski und Antek, die die Gäste mitnahmen auf eine auditiv-visuelle Reise nach dem Vorbild von Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“.

Aufgebaut im Georg-von-Holtzbrinck-Saal waren eine Staffelei nebst diverser Farben und Pinsel sowie ein Flügel und eine weitere Staffelei mit einem großformatigen Gemälde. „Das ist kein Konzert der klassischen Art“, erklärte Frenschkowski. An einem lauen Sommerabend im vergangenen Jahr in Anteks Atelier sei die Idee entstanden. Zusammen mit Susanne Wendel habe er sich verschiedene Bilder des Altenaer Malers angeschaut.

„Wir haben uns Gedanken gemacht, welche Musik uns dazu einfällt und so entstand das Programm für diesen Konzertabend“, so der Pianist weiter. Anteks Part: Ein Bild zur Musik der beiden zu malen, das am Ende der Veranstaltung zugunsten der Opfer des Ukraine-Krieges versteigert wird.

„Bleiben Sie sitzen und genießen Sie. Wenn Sie das Bild ersteigern, können Sie sich immer, wenn Sie es anschauen, an diesen Abend erinnern“, forderte Frenschkowski das Publikum auf. Das Saallicht wurde heruntergefahren, Susanne Wendel begann auf dem Flügel zu spielen und Antek zeichnete beim Licht einer Stehlampe zunächst Konturen auf die weiße Leinwand.

Auf der zweiten Staffelei stand ein bereits fertiggestelltes Bild des Künstlers. „Dieses Gemälde erinnert mich an die Verwirrtheit von Satie“, sagte Wendel und ließ das berühmte und viel gespielte Stück „Gymnopédie No. 1“ des französischen Komponisten erklingen. Für ihr exaktes und gefühlvolles Spiel erntete sie großen Beifall. Das nächste Bild von Antek wurde präsentiert. Es zeigte eine Landschaft mit Bäumen in Regenbogenfarben und Ulrich Frenschkowski war an der Reihe.

Susanne aus Hemer (rechts) schenkte das Bild der Geflohenen Nadja. Sie stammt aus Konotop.
Susanne aus Hemer (rechts) schenkte das Bild der Geflohenen Nadja. Sie stammt aus Konotop. © Rönnecke

„Dieses Bild inspiriert mich zu meinem absoluten Lieblingsstück: Somewhere over the rainbow“, sagte er und bot es in einer seiner besten Versionen dar. Im Verlauf des Abends wechselten die Bilder und dargebotenen Klavierstücke immer wieder. Sowohl bei Frenschkowski als auch bei Susanne Wendel war die gesamte Zeit über die Hingabe, ihre Liebe zur Musik, spürbar. Und die Atmosphäre im Saal war angenehm entspannend.

Derweil entwickelte sich das neue Kunstwerk von Antek in fast atemberaubender Geschwindigkeit weiter. Nach nur einer halben Stunde gaben seine Pinselstriche das Motiv bereits preis: eine

Landschaft in den kraftvollen Farben Lila, Blau, Ocker, Rot, Grün, Gelb und Braun. Ein Fluss, zwei Bäume mit wohlgeformten Kronen, mittendrin ein großer Vogel, links und rechts bunte Felder und grüne Wiesen sowie im Hintergrund ein orangefarbener Himmel, der den Sonnenuntergang ankündigt. Während er malte, wirkte Antek total konzentriert und doch schien es, als würde seine Malerei zu den Klavierklängen geradezu aus ihm herausfließen.

Versteigert wurde das Bild am Ende dieses für alle gelungenen Abends für 795 Euro, die nun ukrainischen Flüchtlingen zugutekommen. Den Zuschlag erhielt Susanne aus Hemer, die das Gemälde ihrer Begleiterin Nadja schenkte. Nadja stammt aus Konotop, einer Stadt im Nordosten der Ukraine, und ist nach ihrer Flucht bei Susanne untergekommen.

Nach den traumatischen Erlebnissen wollte Susanne ihr mit dem Bild wieder etwas Farbe ins Leben bringen. „Das war ein sehr emotionaler Moment“, sagte Melanie Jens. Weitere rund 70 Euro kamen an Spenden zusammen, die nun ebenfalls eingesetzt werden, um den Opfern des Ukraine-Kriegs zu helfen.

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