Von Sehnsuchtsbildern und der Farbe Blau

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Sigrid Mischnick ist ein Fan der See. ▪

von Silva Sauser - ALTENA - Die Sehnsucht nach dem Meer wecken die Bilder von Sigrid Mischnick. Die Künstlerin hat bereits im März dieses Jahres ein eigenes Atelier in Evingsen bezogen. Durch Bekannte erfuhr sie von einer kleinen Wohnung im Blaukreuzhaus, die durch den Umzug der Vormieterin freistand. Nach der Besichtigung stand schnell fest: Der Ebberg wird zur neuen Schaffensstätte für Sigrid Mischnick.

Die Wohnung wurde renoviert und neu eingerichtet, es entstanden neben dem eigentlichen Atelier ein gemütliches Wohnzimmer und eine kleine Küche mit viel Platz für die bereits fertigen Kunstwerke. Vorbei sind die Zeiten, da die Künstlerin daheim am Küchentisch malte.

Sigrid Mischnick genießt diesen Luxus, sie ist froh über den Platz, der ihr hier zur Verfügung steht, über die Ruhe und das Licht. Und ein bisschen ist es auch wie „nach Hause zu kommen“, wenn sie ihr Atelier betritt, schließlich hat ihr Großvater das Blaukreuzhaus mit gebaut.

Das Wohnzimmer präsentiert sich als „Zimmer mit Meerblick“, blaue Wände, helles Sofa und Bilder von blauem Meer und blauem Himmel. Die Bäume vor dem Fenster zaubern ganz eigene Lichtreflexe an die Wände. Im Atelier dagegen sieht es nach Arbeit aus, aber auch hier dominieren fertige Werke, die die Vielseitigkeit der Künstlerin verdeutlichen. Kreide, Acryl, Aquarell: Das sind die Lieblingstechniken, aber auch Bleistiftzeichnungen fertigt Mischnick an. Bereits als kleines Mädchen hat sie gezeichnet, das Talent habe ihr vermutlich der Opa vererbt, der als Theatermaler in Hagen arbeitete. Aber auch die Mutter und die Tante haben sie bei den ersten Strichen unterstützt.

Trotzdem schlug sie zunächst eine andere Richtung ein, machte eine kaufmännische Ausbildung, arbeitete als Typberaterin und Visagistin, kümmerte sich um Haushalt und zwei Kinder. Aber die Malerei hat sie nie ganz los gelassen.

Nun sind die Kinder aus dem Haus, hauptberuflich arbeitet Sigrid Mischnick als Küsterin der Kirchengemeinde in Dahle und jede freie Minute investiert sie in ihr Kunststudium, das sie vor zwei Jahren an der Kunstakademie in Hamburg begonnen hat. Per Fernstudium bekommt sie hier den letzten Schliff, zusätzlich absolviert sie einen Zeichenkurs in Iserlohn.

Mohnblumen, Kinder und Tiere, Stillleben, Akte und Bleistiftzeichnungen – und immer wieder das Meer. Wer sich Mischnicks Werke anschauen möchte, ist herzlich ins Atelier am Ebberg eingeladen. Feste „Öffnungszeiten“ gibt es nicht, aber nach telefonischer Absprache unter der Rufnummer 97 31 31 ist eine Besichtigung möglich. „Die Farbe Blau“ können Interessierte auch ab dem 1. Juli in der Stadtbücherei betrachten, dann wird Sigrid Mischnick dort Bilder zu diesem Thema ausstellen.

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