Gerhard Rösner - der mit dem Hai schwimmt

„Wer einmal mit Haien geschwommen ist, der weiß, wovon ich rede“, sagt Gerhard Rösner. Den Tauchanzug für seine nächste Expedition hat er schon aus dem Schrank geholt. - Fotos: Bröer

Altena - „In der Sorpe tauche ich nicht“, sagt Gerhard Rösner. Warum denn nicht? „Weil es in der Sorpe keine Haie gibt“. Denn Rösner ist mit diesen – wie man gemeinhin annimmt - gefährlichen Meeresräubern lieber gemeinsam im Wasser.

Der Altenaer ist daher wahrscheinlich einer der wenigen Menschen weltweit, die sich auch größeren dieser Tiere ohne Angst nähern. Rösner hat schon in vielen Gewässern dieser Welt getaucht. Sie aber hatten alle eins gemeinsam: Dort lebten – und leben noch - unzählige Haiarten. Rösner tauchte schon vor der Türkei und Thailand, vor der Dominikanischen Republik und Afrika sowie vor den Azoren und im Roten Meer.

Haie aus nächster Nähe fotografieren

Und bei jedem Tauchgang hat er nur ein Ziel: Die Haie aus nächster Nähe zu beobachten und zu fotografieren. So zum Beispiel einen der zehn gefährlichsten Meeresräuber, den Weißspitzenhochseehai. Ihn auf etwas mehr als Armeslänge neben sich schwimmen zu sehen, würde bei fast jedem Taucher Panik auslösen. Nicht bei Rösner. „Wenn man weiß, wie man sich zu verhalten hat, ist die Wahrscheinlichkeit, von einem Hai angegriffen zu werden, geringer als die Chance auf einen millionenschweren Lottogewinn“.

Rösner übt sein Hobby seit 35 Jahren aus

Das erklärt auch die Tatsache, dass Rösner dieses Hobby seit fast 35 Jahren ausübt, schon viele Haie streichelte aber noch nie von einem bedroht wurde. Natürlich gebe es auch Haiunfälle. Die solle man nicht wegdiskutieren, sondern ernst nehmen. In neun von zehn Fällen habe der Mensch durch falsches Verhalten den Angriff provoziert. Bei lediglich einem Prozent erfolgte der Angriff des Haies ohne Zutun des Menschen. Doch welche Tierart man auch immer betrachte, es gäbe immer aggressive Spezies unter ihnen, sagt Rösner.

Er ist ausgebildeter Tauchlehrer und verfügt darüber hinaus über die Berechtigung, geübte Taucher in Haizonen zu führen. Aber was fasziniert nun einen gestandenen Sauerländer an diesen eleganten Meerestieren? „Das kann ich nicht in Worte fassen“, so Rösner. Aber man müsse einfach einmal in Haigewässern tauchen und die Kraft spüren, die von einem vorbeischwimmenden Hai ausgeht. Denn er weiß, dass von den rund 400 existierenden Arten nur etwa zehn dem Menschen gefährlich werden können. „Der Hai ist wichtig für das ökologische Gleichgewicht unserer Meere“, sagt Rösner. Ohne diese Tierart würden die Ozeane längerfristig gesehen sterben. Denn normalerweise fressen Haie alte und kranke Fische und säubern das Meer von Aas.

Und ohne das Eingreifen der Haie würden sich andere Fischarten vermehren, deren Population derzeit noch von Haien eingedämmt werden. Dazu zählt zum Beispiel der gefährliche Humboldt-Kalmar, der die Küste im Westen Mexikos zu einem gefährlichen Gewässer für Fischer und Schwimmer gemacht hat. Diese Krakenart gilt als derart aggressiv, dass ihr schon viele Menschen zum Opfer fielen. Allein vor der Westküste Mexikos.

Schüler für das Öko-System sensibilisieren

Rösner will nun für die Spezies Hai „antreten“. Er will Schüler für das Öko-System der Meere sensibilisieren. Daher wird er in Kürze für die weltweit operierende Organisation „Shark Projekt“ Referate in Schulen halten. Er will darauf aufmerksam machen, dass der Hai zwar nicht unbedingt der Freund des Menschen ist, ihn aber in seinem Territorium akzeptiert ohne ihm schaden zu wollen.“

Von Hartwig Bröer

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