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Schwertransport rammt Brücke: War Höhe falsch angegeben?

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Von: Jona Wiechowski

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Am Mittwochnachmittag wurde die Glühhaube vor der Fritz-Berg-Brücke für den abendlichen Abtransport – wieder zur Firma Pilling – vorbereitet.
Am Mittwochnachmittag wurde die Glühhaube vor der Fritz-Berg-Brücke für den abendlichen Abtransport – wieder zur Firma Pilling – vorbereitet. © Krumm, Thomas

Auf dem Weg von der Firma Pilling netteabwärts zur Firma Lüling im Kleff ist am Mittwoch eine rund 100 000 Euro teure Glühhaube stark beschädigt worden. Einen Tag später steht vor allem eine Frage im Raum: Wie konnte das bloß passieren?

„Wir suchen noch“, hieß es am Donnerstag auf Nachfrage bei der Spedition. Geplant worden war die Route des Spezialtransports von der Spedition – und die führte den Sattelschlepper samt Begleitfahrzeug zunächst am Kino vorbei, wo die Sache das erste Mal schief ging. Der Lkw fuhr wie üblich links – also entgegen der Fahrtrichtung – an dem mitten auf der Straße stehenden Gebäude vorbei, wobei er zwei Poller mitnahm, die zum Schutz der Fußgänger auf dem Gehweg standen. An der Fußgängerbrücke der Fritz-Berg-Brücke Richtung Mühlendorf soll die Glühhaube zudem die Unterseite der Brücke gestreift haben, wie das Ordnungsamt am Mittwoch vermutete.

Das richtig große Malheur passierte dann aber um kurz nach 5 Uhr, als der Lkw von der Fritz-Berg-Brücke nach links auf die B 236 Richtung Bahnhofstraße abbog, auf der es dann unter der Brücke hergehen sollte. Bekanntlich passte es nicht: Die Haube rammte die Brücke, der Lkw blieb hängen. Hier war für den Tag Endstation.

Im Gespräch berichtete ein Mitarbeiter der Spedition von einem Fahrfehler, weist aber auch darauf hin, dass der Fehler nicht nur bei der Spedition gelegen habe. Sicher hätte der Fahrer vor der Durchfahrt noch einmal anhalten und die Höhe überprüfen und möglicherweise weiter rechts fahren müssen, wo die Brücke am höchsten ist. Man habe sich aber in „trügerischer Sicherheit“ gewähnt, da man sich auf Daten zur Höhe der Brücke verlassen habe, die nicht korrekt gewesen seien. Schließlich habe man eine Genehmigung für eine Höhe von 5,30 Meter gehabt, sei bei einer Höhe der Ladung von 5,18 Meter aber dennoch hängen geblieben.

Dieser Zapfen an der Glühhaube wurde abgeflext.
Dieser Zapfen an der Glühhaube wurde abgeflext. © Krumm, Thomas

Für Schwertransporte braucht es entsprechende Genehmigungen, an denen mehrere Stellen beteiligt sind. So hieß es auf Nachfrage vom Altenaer Ordnungsamt, das damit an den Märkischen Kreis verwies. Kreis-Pressesprecher Alexander Bange kündigte aufgrund der Komplexität des Themas eine Antwort für Freitag an.

Unabhängig von der Schadenshöhe läuft das Malheur für die Polizei auf einen „Unfall mit Sachschaden“ hinaus, wie Lorenz Schlotmann, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde im Märkischen Kreis auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt. Deswegen würde jetzt auch nicht weiter ermittelt. Unfallverursacher sei in diesem Fall der Schwertransporter – auf wen letztlich die Schuld falle und ob beispielsweise eine falsche Höhenangabe für den Unfall mitverantwortlich gewesen sei, müsse ein Gericht oder die Versicherung klären.

Indes halten sich die Schäden an der Brücke durch den Zusammenstoß in Grenzen. Der Landesbetrieb Straßen.NRW hatte die Brücke am Mittwochnachmittag mit einem Hubsteiger überprüft. „Alles in Ordnung“, habe das Fazit der Mitarbeiter geheißen, berichtete Pressesprecherin Julia Ollertz auf Nachfrage unserer Zeitung am Donnerstag. Bei der kleinen Betonabplatzung an der Brücke sei ein wenig nachgebessert worden; Probleme bestünden dadurch nicht.

Ebenfalls am Mittwochnachmittag war die beschädigte Glühhaube für den Rücktransport zur Firma Pilling an der Nettestraße vorbereitet worden. Der setzte sich am Abend gegen 22 Uhr in Bewegung. Die Fahrt dauerte rund eine Stunde und verlief ohne irgendwelche Zwischenfälle, wie die Pressestelle der Polizei berichtet.

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