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Schwertransport mit Glühhaube rammt Altenaer Fritz-Berg-Brücke

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Von: Volker Heyn, Thomas Bender

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Das hat nicht ganz gepasst: Der Schwertransport einer Glühhaube innerhalb Altenas vom Hersteller Pilling zum Kunden Lüling ist in den frühen Morgenstunden gegen die Fritz-Berg-Brücke gefahren. Verkehrsdienst, Polizei, Ordnungsamt und Straßen NRW beratschlagen, wie es weitergehen soll.
Das hat nicht ganz gepasst: Der Schwertransport einer Glühhaube innerhalb Altenas vom Hersteller Pilling zum Kunden Lüling ist in den frühen Morgenstunden gegen die Fritz-Berg-Brücke gefahren. Verkehrsdienst, Polizei, Ordnungsamt und Straßen NRW beratschlagen, wie es weitergehen soll. © Bender

Ein innerstädtischer Schwertransport einer riesigen Glühhaube ist in Altena am frühen Morgen gründlich schief gegangen: Die Spedition aus Siegen suchte sich zwar die höchste Stelle der Unterfahrung der Fritz-Berg-Brücke, doch die Haube passte trotzdem nicht durch. Die riesige Haube rammte tatsächlich die Brückenunterseite.

Altena - (update 14.30 Uhr) Kessel aus der Nette gehen in alle Welt - dazu arbeitet die Firma Pilling mit erfahrenen Logistikunternehmen zusammen. Meistens fahren die Schwertransporte in Richtung Evingsen und dann weiter in Richtung Autobahn. In der Nacht zu Mittwoch sollte es aber nur mal eben um die Ecke gehen: Die Firma Lüling hatte eine neue Glühhaube für ihr Werk Altena bestellt.

Ziel war die Firma Lüling

Das bedeutete, dass es netteabwärts ging – ein Weg, den die Logistiker unter anderem wegen des Kinos lieber meiden. Tatsächlich ging die Sache dort schon das erste Mal schief: Wie üblich fuhr der Schwertransport links (also entgegen der Fahrtrichtung) an dem mitten auf der Straße stehenden Gebäude vorbei. Dabei nahm der Fahrer zwei Poller mit, die zum Schutz der Fußgänger auf dem Gehweg standen. Schleifspuren an der Unterseite der Fußgängerbrücke zwischen Markaner und Iserlohner Berg seien ebenfalls auf den über fünf Meter hohen Schwertransport zurückführen, vermutet das Altenaer Ordnungsamt.

Betonstücke fallen auf die Straße

Das ganz große Malheur geschah dann aber kurz nach 5 Uhr rund 100 Meter weiter: Der Lkw einer Siegener Spedition bog von der Fritz-Berg-Brücke nach links auf die B 236 ab, auf der es dann unter der Brücke hergehen sollte. Allerdings: Es passte nicht. Der obere Rand der Haube kjrachte gegen die Brücke, Betonstücke fielen herab. Der Aufprall war so heftig, dass die tonnenschwere, durch Gurte und Ketten gesicherte Ladung gut einen Meter nach hinten geschoben wurde. Es war mit bloßem Auge sichtbar, dass die über 100 000 Euro teure Glühhaube dabei erheblich beschädigt wurde.

Jetzt war Endstation. Die Polizei kam, später auch der für Schwertransporte zuständige Verkehrsdienst und das Ordnungsamt. Es wurde nochmal nachgemessen – Ergebnis: Es passt einfach nicht. Eine Weiterfahrt zu Lüling machte aber sowieso keinen Sinn: In ihrem jetzigen Zustand kann die Haube nicht eingesetzt werden, sie muss zurück zur Firma Pilling.

Haube geht zurück zu Pilling

Aber nicht sofort: Für solche Transporte sind Ausnahmegenehmigungen erforderlich, die genau festlegen, zu welchen Zeiten woher gefahren wird und in denen übrigens auch vorgeschrieben wird, dass die Speditionen unmittelbar vor Fahrtantritt zu überprüfen haben, ob der Transport wirklich überall durchpasst. Jedenfalls war diese Genehmigung abgelaufen, eine neue musste her – und die galt für die Nacht zu Donnerstag. Vorgesehen war darin, dass zunächst die Ladungssicherung überprüft werden musste. Dann sollte der Schwertransport zurücksetzen und wieder auf die Fritz-Berg-Brücke fahren. Jürgen Wagner, der Vermessungstechniker vom Bauamt, hatte noch einmal ganz genau nachgemessen: Wenn der Transport über den linken Gehweg fährt, müsste es an der Fußgängerbrücke passen – sie ist dort am höchsten über der Fahrbahn.

Endstation sollte die Firma Pilling sein, wo in den kommenden Tagen die Schäden an der Haube begutachtet und das weitere Vorgehen festgelegt werden muss. Vorher könne er nicht sagen, welche Konsequenzen der Unfall für sein Unternehmen habe, sagte Lüling-Geschäftsführer Fabian Schmidt, Glühhauben müssen in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Die bei dem Unfall demolierte sollte eine ersetzen, die bereits ausgemustert worden ist und deshalb nicht mehr zur Verfügung steht.

Statik der Brücke wird überprüft

„Wenn ein Glühsockel ausfällt, tut das natürlich immer weh“, sagte .Schmidt. Allerdings verfügt das Unternehmen in seinen Werken in Altena und Iserlohn über ein Dutzend Glühsockel und eine entsprechende Anzahl von Hauben. Es kann also auf jeden Fall weitergearbeitet werden.

Die Schäden an der Brücke werden am Mittwochnachmittag von Brückenprüfern von Straße NRW begutachtet.

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