Polizei ermittelt

Schwere Vorwürfe gegen MVG-Fahrer

Symbolfoto

Altena - Für Entsetzen und Empörung bei Eltern und Lehrern sorgen Schilderungen von Schülern der beiden achten Klassen der Realschule Altena. Sie werfen einem Schulbusfahrer vor, sie durch kinderpornografische Äußerungen in übelster Weise belästigt und sogar Morddrohungen ausgestoßen zu haben.

Es geschah am vergangenen Freitag – ein Bus eines Subunternehmers der MVG hatte den Auftrag, etwa 40 Realschüler am Berufsbildungszentrum in Lüdenscheid abzuholen und sie nach Altena zu bringen. Dort absolvieren die Jungen und Mädchen zur Zeit ein Praktikum.

Dass die Situation in dem Bus schon kurz nach Fahrtantritt eskalierte, ist unumstritten – der Fahrer habe inzwischen in einer schriftlichen Stellungahme eingeräumt, sich unangemessen verhalten zu haben, sagte MVG-Pressesprecher Jochen Sulies am Dienstag auf Anfrage.

Schon am Freitag gingen bei dem Unternehmens die ersten Hinweise auf den Vorfall ein, neben einzelnen Schülern wandte sich sich auch deren Klassenlehrerin an die Beschwerdestelle. Es wurde außerdem Anzeige erstattet: Polizeipressesprecher Dietmar Boronowski bestätigte, dass entsprechende Ermittlungen angestellt würden. Detlef Surminski, stellvertretender Leiter der Realschule, teilte auf Anfrage mit, dass die betroffenen Schüler zurzeit dabei seien, ihre Erlebnisse niederzuschreiben.

„Förmlich ausgerastet“ sei der Busfahrer, als ihr Sohn ihn in sicherlich nicht angemessener Art und Weise aufgefordert habe, das Autoradio leiser zu drehen, schilderte am Dienstag eine betroffene Mutter. „Sei still, sonst hau ich Dir in die Fresse“, sei noch eine der harmloseren Bemerkungen gewesen. Andere waren nach ihrer Schilderung eindeutig pornografischer Art. „Die Kinder haben zum Teil wirklich Angst gehabt“, weiß sie auch aus Gesprächen mit anderen Müttern und Vätern.

Das Verhalten des Busfahrers sei „absolut nicht in Ordnung“ gewesen, sagte Sulies auf Anfrage. Daran gebe es auch nichts zu deuteln. Angesichts der noch laufenden Strafanzeige hielt sich der MVG-Sprecher mit Einzelheiten zurück. Er deutete lediglich an, dass sich die Situation zugespitzt habe, nachdem sich der Fahrer geweigert habe, von der ihm vorgeschriebenen Route abzuweichen. Das hätten einzelne Schüler verlangt, damit sie schneller nach Hause kommen konnten. „In dieser Beziehung hat der Fahrer vollkommen richtig gehandelt“, bekräftigte Sulies. Solche Umwege dürften die Fahrer auf keinen Fall fahren.

Die MVG registriere sehr genau, ob sich Beschwerden gegen einzelne Fahrer häuften, sagte Sulies weiter. Über den in den Vorfall verwickelten 28-Jährigen habe es bisher noch keine Beschwerden gegeben. Trotzdem sei ihm beziehungsweise dem Subunternehmer, für den er im Auftrag der MVG unterwegs ist, unmissverständlich klar gemacht worden, dass es so nicht gehe.

Jeder, der für die MVG Bus fährt, muss zunächst eine Art Fahrerschule absolvieren. Dabei geht es um die Tarifgestaltung, Linienführungen und viele andere Themen mehr. Natürlich werde bei dieser Gelegenheit auch über das Verhalten gegenüber den Fahrgästen gesprochen, sagte Sulies. Regelrechte Strategien zur Konfliktvermeidung und -lösung vermittele man den Fahrern aber noch nicht.

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